Zu spät gestartet | FC Memmingen verliert in Eichstätt

Der FC Memmingen braucht offenbar heuer eine Halbzeit, um in der Regionallilga Bayern auf Betriebstemperatur zu kommenLogo Fc Memmingen Fcm

Wie schon in den beiden Auftaktbegegnungen lief auch im Auswärtsspiel beim VfB Eichstätt in den ersten 45 Minuten wenig zusammen. Ganz anders das Bild in der zweiten Hälfte, in der das Spiel trotz eines Zwei-Tore-Pausenrückstands hätte noch kippen können. Nach der 2:3 (0:2) Niederlage blieb für FCM-Cheftrainer Esad Kahric erneut aber nur die Erkenntnis, dass „unsere Kondition und Moral stimmt“. Zählbares gab es auch am 3. Spieltag für die Allgäuer nicht.

Der VfB Eichstätt wollte sich die Feierstimmung bei seinem 100. Regionalliga-Auftritt zunächst nicht vermiesen lassen. Ein Memminger Ballverlust im Mittelfeld wurde eiskalt ausgenutzt. Julian Kügel passte auf Christian Heinloth, der den Ball von der Strafraumkante unter die Querlatte hämmerte (29. Minute). Torhüter Mustafa Özhitay konnte sich an seiner früheren Wirkungsstätte lang machen wie er wollte, bei diesem Treffer Marke „Tor des Monats“ gab es nichts zu halten. Der quirlige Dominik N’Gatie traf in der 41. Minute zwar Memmingens Innenverteidiger Jakob Gräser, aber zuvor auch den Ball, der zum 2:0 ins Tor trudelte. Eine Vorentscheidung war das aber noch nicht.

Turbulent begann die zweite Halbzeit. Bundesliga-Schiedsrichter Florian Badstübner (Windsbach) zögerte in der 53. Minute zwar mit dem Elfmeterpfiff, zeigte trotz aller Proteste aber zum Punkt. Özhitay lenkte den eigentlich gut geschossenen Strafstoß gegen Philipp Federl ans Gebälk, der Nachschuss des Eichstätter Kapitäns ging drüber. Schon gegen Illertissen hatte Federl zuvor gleich zwei Elfer versemmelt. Während die Hausherren noch haderten, kam Memmingen im direkten Gegenzug heran. Abschlag Özhitay, Kopfballverlängerung von Timo Gebhart und Martin Dausch machte den Anschlusstreffer – der dritte Treffer im dritten Spiel des Ex-Profis. Das war das endgültige Signal zur möglichen Wende, die Dominanz der Gastgeber war dahin. Doch ausgerechnet in der Drangphase des FCM stellte Kügel den alten Abstand wieder her. Mit offensiven Einwechslungen schaltete Kahric noch einen weiteren Gang nach oben und setzte alles auf eine Karte. Youngster Emirhan Baysal setzte seinen wuchtigen Körper ein blieb im Strafraum gegen zwei Gegenspieler kaltschnäuzig und machte den erneuten Anschluss zum 2:3 (66.). Eichstätts Fabio Pirner flog nach einem harten Einstieg direkt vor den Augen des Unparteiischen vom Platz, die Überzahl konnte Memmingen nicht mehr zum Ausgleich nutzen, wenngleich der Gegner in der Schlussphase fast stehend K.O. schien.

Übrig blieben ein glücklicher VfB-Trainer Markus Mattes, der nach seinem „Jubiläumsspiel“ vom Verlauf her von „drei glücklichen Punkten“ sprach und enttäuschte Memminger, die sich einmal mehr für großen Aufwand nicht belohnen konnten. Viel Zeit zum Hadern bleibt nicht, denn schon am Freitag (19.30 Uhr) kommt der FV Illertissen in die Arena an der Bodenseestraße und nächsten Dienstagder FC Bayern München II. Nach wie vor sind für die FCM-Heimspiele keine Zuschauerlockerungen in Sicht. Eine begrenzte Anzahl an Stehplatz-Tickets gibt es im Vorverkauf unter anderem online über Allgäu-Ticket.

 

VfB Eichstätt: Junghan – Akmestanli, Graßl, Lamprecht, Waffler – Federl, Halbmeyer (87. Fiedler), Heinloth (71. Stoßberger), N’gatie (90. + 3 Jasmann), Pirner – Kügel (90.) Neumayer. – Trainer: Mattes.

FC Memmingen: Özhitay – Scholz, Gräser (51. Baysal), Brugger (46. Maier), Remiger – Kilic, Galinec (80. Wohnlich), Picknik – Dausch (61. Wilke), Gebhart, Leyla (80. Maxhuni). – Trainer: Kahric.

Tore: 1:0 (29.) Heinloth, 2:0 (41.) N’gatie, 2:1 (49.) Dausch, 3:1 (58.) Kügel, 3:2 (66.) Baysal. Schiedsrichter: Badstübner (Windsbach). – Gelbe Karten: Heinloth / Gräser, Wilke, Gebhart. – Rote Karte: Pirner (77./grobes Foulspiel). – Besonderes Vorkommnis: Özhitay pariert Strafstoß gegen Federl (53.). – Zuschauer: 420.