Zuschauerbeschränkung für die Augsburger Panther – OB Weber sagt Unterstützung zu

Das Augsburger Gesundheitsamt erklärt die aktuelle Zuschauerproblematik

Im Rahmen ihrer Sommertour durch die Fuggerstadt stattete Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) den Augsburger Panthern am gestrigen Dienstag einen ausführlichen Besuch im Curt-Frenzel-Stadion ab.

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Maximilian Horber, Eva Weber, Lothar Sigl und Leonardo Conti in der Pantherkabine (Quelle Sport in Augsburg)

Neben einer exklusiven Führung durch das CFS wurden vor allem die für den bayerisch-schwäbischen PENNY DEL-Club im bundesweiten Vergleich erschwerten Bedingungen bei der Rückkehr von Zuschauern, die aus der 13. BayIfSMV (Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung) resultieren, zwischen Augsburgs Oberbürgermeisterin und den geschäftsführenden Panther-Gesellschaftern Lothar Sigl und Maximilian Horber sowie Prokurist Leonardo Conti ausführlich diskutiert.

Eva Weber sicherte den Panthern unkompliziert ihre Unterstützung zu: „Die Saison der Deutschen Eishockey Liga startet in Kürze und die bayerischen Corona-Regeln sind noch nicht so angepasst, dass ein halbwegs normaler Spielbetrieb vor Publikum im Curt-Frenzel-Stadion funktionieren kann. Gemeinsam mit den Panthern wollen wir auch als Stadt Augsburg so vielen Fans wie möglich einen Stadionbesuch ermöglichen. Die Hölle des Südens soll bald wieder zeigen, was in ihr steckt.“

Für diese Hilfe zeigten sich die Panther-Verantwortlichen dankbar. „Wir konnten Frau Weber unsere Sorgen und Bedürfnisse detailliert darlegen und sind auf großes Verständnis gestoßen. Noch bleibt etwas Zeit, um die Weichen für unser erstes Hauptrunden-Heimspiel am 17. September zu stellen. Gemeinsam möchten wir auf ministerieller Ebene auf spürbare Erleichterungen bei der Durchführung großer Sportveranstaltungen vor Zuschauern auch im Freistaat Bayern hinwirken. Unser Dank gilt der Oberbürgermeisterin sowie den lokalen Behörden für die konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit“, so Lothar Sigl.

Das Augsburger Gesundheitsamt erklärt die aktuelle Zuschauerproblematik

Für das Curt-Frenzel-Stadion und die Spiele der Augsburger Panther gelten die aktuellen Regelungen der 13. Bayerischen Infektionsschutzverordnung (hier: §12 Abs. 3, Satz 1, Nr. 1, 13. BayIfSMV). Danach bestimmt sich die zulässige Höchstzuschauerzahl einschließlich geimpfter und genesener Personen nach der Anzahl der vorhandenen Plätze (CFS = 6.179), bei denen ein Mindestabstand von 1,5 m zu anderen Plätzen gewahrt ist, und beträgt bis zu 50 Prozent der Kapazität der jeweiligen Sportstätte (CFS = 3.090), höchstens aber 25 000 Zuschauer mit festen Sitzplätzen; Stehplätze sind nicht zugelassen.

Damit wären theoretisch 3.090 Plätze möglich. Nach Angaben der Panther wird diese Zahl jedoch unterschritten, da es Schwierigkeiten geben wird, den Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten. Ein Sitzplan bzw. eine konkrete Zahl liegen dem Gesundheitsamt noch nicht vor, das sich aber im konstruktiven Gespräch mit den Panthern befindet.

Dies alles muss aufgrund der aktuell geltenden Regelungen so festgelegt werden – es bleibt zu hoffen, dass sich zum Saisonstart noch etwas ändert.

Panther sehen Eishockeystandort akut gefährdet

„Voller Neid blicken wir auf viele andere Standorte in der PENNY DEL. Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg folgen den MPK-Beschlüssen auch auf Landesebene in sehr großen Teilen. So wird Bietigheim in einer ausverkauften Halle spielen, Krefeld und Schwenningen vor bis zu 5.000 Zuschauern oder Iserlohn vor ausverkauften Sitzplätzen und wenigstens zu 50 % vollen Stehrängen. Dies teils ohne das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes am eigenen Platz und mit Ausschank von alkoholischen Getränken. Selbst die großen Arenen wie Köln, Mannheim, Düsseldorf können wieder zu 50 % gefüllt sein.

Wir sehen den Eishockeystandort Augsburg unter diesen ungleichen Voraussetzungen – die sich für uns rational nicht mehr greifen lassen – akut gefährdet. Die völlig unterschiedliche Handhabung in den verschiedenen Bundesländern führt nun zu einer eklatanten Wettbewerbsverzerrung und ist ein Affront gegenüber dem bayerischen Hallensport.

Auch wenn uns das Gesundheitsamt Augsburg sowie das Sport- und Bäderamt nach Kräften lösungsorientiert unterstützen, so übersteigt die Diskrepanz zwischen einem wirtschaftlichen Heimspielbetrieb und den bayerischen Vorschriften den Ermessensspielraum der lokalen Behörden.

Die bayerische Verordnung greift gemäß Bekanntmachung bis 10. September 2021. Wir geben nicht auf, wenigstens bis zum ersten Hauptrundenheimspiel in der PENNY DEL am 17. September pragmatische und wirtschaftliche Lösungen analog anderer Bundesländer zu finden. Auf entscheidende Optimierungen auf ministerieller Ebene arbeiten wir gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Interessengemeinschaft „Indoor-Teamsport-Bayern“ unermüdlich hin.

Zweifelsohne sind wir uns – bei aller Unzufriedenheit und Enttäuschung – unserer Verantwortung gegenüber der Gesundheit aller weiter bewusst. Wir sind in höchstem Maße bereit, einheitliche Regelungen, die nicht zu einer Spaltung der Liga führen, umzusetzen. Wir haben beim öffentlichen Training vor einigen Wochen oder dem Dolomitencup in Südtirol bereits feststellen dürfen, dass auch unsere Pantherfans erforderliche Infektionsschutzmaßnahmen vorbildlich umsetzen und all dies für eine möglichst uneingeschränkte Rückkehr ins Stadion akzeptieren.

Auch sind wir froh, dass sich unsere Spieler, Offiziellen und Angestellten ihrer gesellschaftlichen Pflicht bewusst sind und clubintern mittlerweile nahezu 90 % des gesamten Personals einen vollständigen Impfschutz haben. Es ist unstrittig, dass wir so nicht nur unseren Spielbetrieb unkompliziert aufrechterhalten können, sondern auch zum Gemeinwohl beitragen. Wir appellieren deshalb an alle Fans, sofern noch nicht geschehen, das Impfangebot wahrzunehmen, denn aus medizinischer Sicht bleibt die Impfung gegen COVID-19 der einzig sichere Weg zurück in ein normales Leben.“, so die Augsburger Panther in einer Stellungnahme am Montag.