Landkreis Augsburg | Erschoss Jägerin eine Hauskatze qualvoll in Lebendfalle? Polizei ermittelt

Ein Video der Tierschutzorganisation „SOKO Tierschutz“ zeigt die grausame Tötung einer Katze in einer Lebendfalle durch mehrere Schüsse. Aufgenommen worden sein soll das Video im Dezember in einem Waldgebiet bei Zusmarshausen (Landkreis Augsburg).134879883 2343859882404966 2442697796385083465 O

Foto: SOKO Tierschutz

Die Aufnahme beginnt mit einer verängstigten Katze in einer sogenannten Lebendfalle. Das Tier ist eingesperrt, eine Frau nähert sich mit einer Pistole. Verunsichert fragt sie unter anderem, ob sie ins Gesicht schießen soll. Die Jägerin verwundet die Katze mit drei Schüssen schwer. Das Tier springt angeschossen von einer Ecke der Falle in die andere. Der Todeskampf des Tieres ist entsetzlich und die Jägerin stellt abgebrüht fest, dass sie nach drei Schüssen aus wenigen Zentimetern Entfernung immer noch lebt. Eine Person der Gruppe weist darauf hin, dass das Herz noch schlägt, aber die Munition knapp wird.

In der Szene darauf wird die Katze mit einer schweren Kopfverletzung über eine Wiese und zu einem Weg geschleift. Man sieht, dass die Katze eine Plakette um den Hals trägt.

Das Video des Vorfalls – Achtung unzensiert

Die Tierschutzorganisation stellte inzwischen Strafanzeige gegen die Jägerin, sowie allen anwesenden Komplizen.

Polizei ermittelt wegen möglichen Vergehen gegen das Tierschutzgesetz

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen: „Bei einer Polizeiinspektion im Bereich des PP Schwaben Nord wurde nach den Weihnachtsfeiertagen eine Anzeige wegen eines möglichen Vergehens nach dem Tierschutzgesetz getätigt. Hierbei ist der Verdacht der Tierquälerei gegen eine Jägerin, welche eine Katze erschossen haben soll, angezeigt worden. Das bei der Anzeigenaufnahme übergebene Videomaterial wird nun ausgewertet und nach Abschluss der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Augsburg vorgelegt.“

Tötung von Hauskatzen durch Jäger in Bayern erlaubt

Rechtlich dürfen in Bayern im Rahmen des sogenannten Jagdschutzes Hauskatzen von Jägern getötet werden. Maßgebend dafür ist ein Abstand von mehr als 300 Metern zum nächsten bewohnten Gebäude. Der Jäger muss in dem Fall nicht einmal die Besitzer informieren.

Tierschutzorganisation fordert Konsequenzen

„Dieser Jägerin gehört sofort Waffe und Jagdschein weggenommen“, fordert SOKO Tierschutz Sprecher Mülln. Nach Aussagen von Insidern machten die Jäger Jagd auf die Katze, da diese teure, extra ausgesetzte, Fasane fressen würde. Auf einem Social-Media-Account ist das Aussetzen der gezüchteten Fasane durch die Jägerin zu sehen. „Dass eine Katze sterben muss, weil die Jägerin um ihre in Massentierhaltungen gezüchteten, lebenden Zielscheiben fürchtet, zeigt, wie irrsinnig diese Tat wirklich ist.“

Jägerin spricht von „Gängiger Jagdpraxis“

Die „Bild“-Zeitung kontaktierte die Jägerin und erhielt hier folgendes Statement: „Das ist eine gängige Jagdpraxis. Es gab eine Fasanenfütterung einen Kilometer entfernt. Da stellt man eine Falle auf gegen wilderndes Raubzeug, da gehört eine Katze dazu“, sagte die Jägerin.

Bayerischer Jagdverband empört über Tötung einer Hauskatze

Inzwischen hat sich auch der Bayerische Jagdverband empört zu der Tötung geäußert. Mehr dazu lesen Sie hier.