„Zwei Drittel verpennt“ | EHC Königsbrunn schließt Kalenderjahr mit Niederlage bei Klostersee ab

Mit 1:3 verliert der EHC Königsbrunn seine Auswärtspartie gegen den EHC Klostersee. Im letzten Spiel des Jahres gingen die Gastgeber als verdienter Sieger vom Eis, die Brunnenstädter stehen nun auf dem fünften Tabellenplatz.

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Toms Prokopovics brachte die Königsbrunner mit seinem Anschlusstreffer wieder ins Spiel (in schwarz, Archivbild). Quelle diz-pix.de

Königsbrunn konnte mit drei kompletten Reihen antreten, neben dem Langzeitverletzten Dennis Tausend fehlten noch Nico Baur, Philipp Sander, Lukas Häckelsmiller, Julian Becher und Moritz Zöller. Dafür kehrte Marco Sternheimer wieder ins Aufgebot zurück, und auch der junge Augsburger Förderlizenzspieler Marco Riedl durfte wieder Bayernligaluft schnuppern. Im Tor der Königsbrunner stand Routinier Stefan Vajs, als Backup war David Blaschta mitgereist.

Beide Mannschaften starteten mit viel Tempo in die Partie, den besseren Zugriff hatten aber zunächst die Gastgeber. In der dritten Spielminute hatte Klostersee gleich zwei gute Möglichkeiten, Königsbrunn war noch nicht wirklich in der Partie angekommen. Drei Minuten später belohnten sich aber die Grafinger für ihr aggressives, bissiges Spiel und erzielten den ersten Treffer. Nachdem sich die Gastgeber im Königsbrunner Drittel festsetzen konnten, traf Raphael Käfer mit einem Schuss aus der Drehung zur 1:0 Führung. Die Brunnenstädter arbeiteten sich in die Partie zurück, blieben jedoch zunächst ohne nennenswerten Abschluss. Gegen Drittelende kam Königsbrunn aber immer besser in die Begegnung und hatte in der 18. Spielminute eine erste Großchance.  Ein Treffer wollte aber nicht fallen, auch in Überzahl wollte der Ausgleich nicht gelingen. So ging es mit der für die Gastgeber verdienten Führung in die erste Pause.

Nach dem Pausentee erwischte Klostersee den besseren Start, nachdem Königsbrunn im Kopf wohl noch in der Kabine war, erhöhte Röder auf 2:0. Die Brunnenstädter mussten nun schon zwei Treffer erzielen, taten sich aber schwer gegen die gut gestaffelten Gastgeber, die viele Zweikämpfe gewannen, schon in der neutralen Zone mit viel Biss verteidigten und kaum Möglichkeiten zuließen. Königsbrunn schaffte es auch in Überzahl nicht, den Anschlusstreffer zu erzielen und konnten sich kaum im gegnerischen Drittel festsetzen. Klostersee blieb weiter konzentriert und nahezu fehlerfrei, aber auch den Grafinger gelang kein Tor mehr, ehe es ein letztes Mal in die Kabinen ging.

Im letzten Drittel war Königsbrunn von Beginn an im Spiel präsent und drängte auf den Anschlusstreffer. Die Brunnenstädter agierten nun galliger und dachten nicht ans Aufgeben. In der 48. Spielminute hatte Dominic Erdt den Anschlusstreffer auf der Kelle. Doch Grafings Keeper Hähl zeigte an diesem Abend eine fehlerfreie Leistung und entschärfte alle Schüsse der Gäste, die jetzt im Schlussabschnitt zu deutlich mehr Abschlüssen kamen. Den Königsbrunnern lief aber die Zeit davon, acht Minuten vor Spielende musste die Mannschaft sogar in Unterzahl spielen. Kurz vor Ablauf der Strafe kamen die Brunnenstädter doch noch zum Anschlusstreffer. Bei einem Konter versenkte Toms Prokopovics nach Anspiel von Marco Sternheimer den Puck im Grafinger Tor und erzielte somit den schon 10. Shorthander der Saison für seinen Verein. Königsbrunn ging weiter volles Risiko und kämpfte aufopferungsvoll um den Ausgleich, ein weiterer Treffer wollte aber nicht mehr fallen, denn auch die Gastgeber verteidigten mit allem, was sie hatten. Kurz vor Spielende nahm der Königsbrunner Trainer noch seinen Torwart zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Die Brunnenstädter spielten sich nun im Drittel der Grafinger fest und suchten den Abschluss. Bei einem letzten Bully vor Schluss verloren die Königsbrunner aber die Scheibe, die Gastgeber netzten dann eine Sekunde vor Abpfiff zum 3:1 ein und gingen am Ende als Sieger vom Eis.  

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Die Niederlage für die Brunnenstädter war verdient, denn die ersten beiden Spielabschnitte der hochklassigen Partie gehörten den Gastgebern. Königsbrunn kam erst im letzten Drittel in die Gänge und kassiert die zweite Niederlage in Folge. EHC-Coach Bobby Linke war nach der Begegnung natürlich unzufrieden mit der gezeigten Leistung: „Wir haben die ersten beiden Drittel verpennt, waren läuferisch zwar da, aber in den Zweikämpfen hatten wir meist das Nachsehen. Das war zu wenig, wir haben zu viele Bullys und auch Scheiben in der neutralen Zone verloren. Da ist uns nicht viel eingefallen, am Ende sind wir dann wieder aufgewacht und haben energischer gespielt, uns beim Gegner festgesetzt. Das Ergebnis geht so in Ordnung gegen einen Gegner, der heute abgeliefert hat. Das war heute ein Vorgeschmack auf die Playoffs, so kann man das aber nicht spielen. Nun gilt es, Mund abputzen, nach vorne schauen und im nächsten Spiel wieder Punkte holen.“

Tore: 1:0 Käfer (Walz, Hilger) (6.), 2:0 Röder (Walz, Haloda) (21.), 2:1 Prokopovics (Sternheimer) (54.), 3:1 P. Quinlan (N. Quinlan, Gaschke) (60. Empty Net Goal)

Strafminuten:  EHC Klostersee 6    EHC Königsbrunn 4     

Zuschauer: keine offizielle Angabe, ca. 600