Über 350 Einsätze, große Herausforderungen im Übungsbetrieb und zwei neue Kommandanten. Das waren die Inhalte der 149. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Königsbrunn.

Vorsitzender Thomas Hiermayer eröffnete die Veranstaltung und begrüßte 114 anwesende Mitglieder und Gäste am Sonntagnachmittag im Feuerwehrhaus in Königsbrunn. Endlich konnte man dieses Format wieder im Feuerwehrhaus und ohne coronabedingte Einschränkungen durchführen.

Viel Lob aber auch mahnende Worte

In seinem Grußwort bedankte sich 1. Bürgermeister Franz Feigl bei allen Wehrleuten für ihre geleistete Arbeit. Diese sei vor allem in Zeiten von Corona nicht einfacher geworden. Der Dank der Bürgerinnen und Bürger der Stadt gebühren allen Feuerwehrdienstleistenden, so Feigl.

Er fand aber auch nachdenkliche Worte. In schweren Zeiten sei es umso wichtiger, den eigenen Blickwinkel nicht nur auf sich selbst zu richten, sondern den Blick zu weiten und sich auch für die Themen zu engagieren, die eher zurückhaltender angenommen werden.

Die Berichte der Feuerwehr eröffnete Thomas Hiermayer mit einem kurzen Fazit über die vergangenen Vereinsveranstaltungen. Gerade im zweiten Coronajahr 2021 konnten wiederum wichtige Veranstaltungen, wie Radltour, Vereinsausflug, Niklausmarkt und die Weihnachtsfeier nicht stattfinden. Daher organisierter der Vorstand im Juli ein Aktiven-Grillevent mit dem ehemaligen bayerischen Grillmeister, um sich bei den Aktiven Feuerwehrfrauen und -männern zu bedanken. „Als ich mit dem Vorschlag in die Vorstandssitzung kam, waren wir uns sofort alle einig. Das müssen wir nach so langer Abstinenz einfach machen“, so Hiermayer.

Zum Mitgliederstand: Zum Jahresende 2021 gehörten der Freiwillige Feuerwehr Königsbrunn insgesamt 414 Mitglieder an. Davon 146 aktive Mitglieder sowie 268 passive und fördernde Mitglieder.

Jubiläum im nächsten Jahr – die Vorbereitungen laufen

Im kommenden Jahr feiert die Feuerwehr Königsbrunn ihr 150-jähriges Jubiläum. Thomas Hiermayer führte dazu aus: „Die Vorbereitungen laufen hierfür bereits auf Hochtouren. Wir haben zusammen mit der Stadt bereits wichtige Abstimmungen getroffen und nach intensiver Diskussion alle nötigen Konsense erzielt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass unser Jubiläum nächstes Jahr ein voller Erfolg wird.“

Das Jubiläumswochenende der Königsbrunner Floriansjünger soll 2023 vom 23.06. bis 25.06. mit einem großen Feuerwehrfest im Rahmen der Gautsch stattfinden.

350 Einsätze – so viele wie noch nie

Mit einem Einsatzrekord beendete die Feuerwehr Königsbrunn das Jahr 2021. Die Feuerwehr wurde zu über 350 Einsätzen alarmiert; so viele wie noch nie. Helmut Peischl, der das Kommandantenamt vom im Mai zurückgetretenen Thorsten Bosch-Hahn kommissarisch übernommen hatte, führte in seinem Bericht weiter aus, dass die Belastung in diesem Jahr nochmals höher lag. Zum einen wegen der Hygieneanforderungen im Einsatzdienst und bei Patientenkontakt, zum anderen auch wegen der hohen Anzahl von schweren Einsätzen im vergangenen Jahr. So erzählte Peischl von einem Tag, an dem die Feuerwehr fünfmal alarmiert wurde. Begonnen um kurz nach ein Uhr nachts mit einer eiligen Wohnungsöffnung. Kurz darauf mit einem Lagerhallenbrand, der die Kameradinnen und Kameraden noch zweimal an diesem Tag fordern sollte. Kaum Schlaf, anstrengenden Einsätze für Mensch und Material und dann noch in die Arbeit gehen und private Termine erledigen. Gerade diese Kombination ließe freiwillige Feuerwehrleute immer wieder an ihre Grenzen gehen, so Peischl weiter.

Peischl mahnte aber auch in Richtung Stadtverwaltung. Bei Einsätzen, wie Ölspuren oder verschmutzte Fahrbahnen, die eigentlich vom Straßenbaulastträger (je nach Straße entweder die Stadt oder der Landkreis) übernommen werden sollten, muss die Feuerwehr aufgrund fehlender Bereitschaften ehrenamtlich einspringen. Dies erhöhe die Einsatzlast weiter.

Helmut Peischl schloss seine Rede mit einem großen Dank an alle, die die Feuerwehr im letzten Jahr so umfassend unterstützt hatten.

Jugendwart Stephan Bamberger, Ausbildungsleiter Rupert Doll und Kassier Stefan Frisch hielten Ihre Reden alle mit dem gleichen Tenor. Wegen Corona hatten sie nicht allzu viel zu berichten. Fielen doch viele Übungen und Veranstaltungen aus.

Den Bericht der Kassenprüfung sowie die Entlastungen des Vorstandes übernahm wie gewohnt Kreisbrandinspektor (KBI) Günter Litzel. Diesen Moment nutzte Litzel auch, um seinen Rücktritt als KBI aus privaten und gesundheitlichen Gründen zum Ende des Jahres bekanntzugeben.

KBI Thomas Reichel, der aktuell vertretend die Aufgaben des Kreisbrandrates des Landkreises Augsburg führt, bedankte sich in seiner Rede bei Litzel und zeigte sich zufrieden, über die Leistungsfähigkeit und den Einsatz der Königsbrunn Wehr.

Der stellvertretenden Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Bobingen, Herr Polizeihauptkommissar Tobias Kellermann, wandte sich ebenfalls mit einem kurzen Grußwort an die Versammlung. Er freue sich, dass man im Einsatzgebiet einen so verlässlichen Partner wie die Feuerwehr habe. Man wolle die Zusammenarbeit in Zukunft weiter intensivieren und einen gemeinsamen Erfahrungsaustausch anstreben, so Kellermann.

Zwei neue Kommandanten für Königsbrunn

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v.l.: stv. Kommandant David Pittroff und Kommandant Helmut Peischl

Wegen des Rücktritts des bisherigen Kommandanten während seiner Amtszeit, waren die aktiven Mitglieder der Feuerwehr Königsbrunn aufgefordert, einen neuen Kommandanten zu wählen. Helmut Peischl, der das Amt als Stellvertreter innehatte, stellte sich als neuer Kommandant zur Wahl. Für den Posten seines Stellvertreters stellte sich der 33-jährige David Pittroff zur Wahl.

Beide wurden von der Versammlung in die vorgeschlagenen Ämter gewählt.

Pittroff, der bisher als Gruppenführer und Ausbilder tätig war, steigt damit erstmals in der Führung der Königsbrunner Wehr ein. Beide bedankten sich für das Vertrauen und freuen sich auf die neuen Aufgaben sowie die kommenden Herausforderungen.

 

Folgende Ernennungen und Ehrungen wurden ausgesprochen:

Zum/Zur Feuerwehrmann/-frau werden ernannt: Eichhorn Janik, Ivenz Marc, Meinig Kilian, Neumann Benjamin, Rein Marie, Riedel Benedikt, Rochler Maximilian, Rychlik Paul

Zum Löschmeister wurde ernannt: Luger Max

Zum Oberlöschmeister wurde ernannt: Pittroff David

Für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit wurde geehrt: Schöning Hans

Für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit wurden geehrt: Buchberger Heinz, Dachs Bernhard, Eberle Hans-Walter, Hobmeier Johann, Schäfer Albert, Teichner Albert

 

Für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit wurden geehrt: Kunzi Leonhard, Luger Max, Schlecht Johann

 

Für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit wurden geehrt: Hartmann Ferdinand, Korolewski Heinz, Vogel Josef

 

Für 70 Jahre Vereinszugehörigkeit wurde geehrt: Scharrer Johann