Schrobenhausen | Zwei Menschen sterben bei schwerem Verkehrsunfall auf der B300

Auf der B300 bei Schrobenhausen kam es gestern Abend (27.10.2020) gegen 17:45 Uhr zu einem schweren Verkehrsunfall bei dem zwei Personen noch an der Unfallstelle an ihren tödlichen Verletzungen verstarben.

201027_Unfall_B300_Schrobenhausen-14 Schrobenhausen | Zwei Menschen sterben bei schwerem Verkehrsunfall auf der B300 Neuburg-Schrobenhausen Newsletter Vermischtes B300 Schrobenhausen Unfall | Presse Augsburg
Foto: Schmelzer

Soweit die für die Unfallaufnahme zuständige Polizeiinspektion Schrobenhausen bislang feststellen konnte, befuhr ein 38-Jähriger aus dem Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm mit einem Ford die B300 von Augsburg kommend in Richtung Regensburg. Aus bislang ungeklärter Ursache geriet er zwischen den Ausfahrten Peutenhausen und Schrobenhausen-Süd auf die Gegenfahrbahn der hier dreispurigen Bundesstraße.

Zur selben Zeit befuhren zwei aus dem Landkreis AichachFriedberg stammende Männer mit ihren beiden Pkw die B300 in entgegengesetzter Fahrtrichtung. Der 35-Jährige überholte mit seinem BMW den 25-jährigen VW-Fahrer auf der Überholspur, als es zum Frontalzusammenstoß zwischen dem BMW und dem entgegenkommenden Ford kam. Nach bisherigen Erkenntnissen kam es anschließend noch zu einer Kollision zwischen dem BMW und dem VW.

Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass der Ford- und der BMW-Fahrer in ihren Fahrzeugen eingeklemmt wurden und noch an der Unfallstelle verstarben. Der 25-jährige VW-Fahrer wurde mit schweren Verletzungen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

An allen drei Fahrzeugen entstand Totalschaden in Höhe von insgesamt etwa 40.000 Euro. In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Ingolstadt wurde ein Gutachter mit der Unterstützung der Unfallaufnahme beauftragt. Ein Großaufgebot von Feuerwehren aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und Rettungsdienst waren vor Ort. Die Bergung der verunfallten Fahrzeuge dauert zur Stunde weiter an. Die B300 ist im Bereich der Unglücksstelle weiterhin gesperrt.

Ein belastender Einsatz für die Rettungskräfte

Bereits der Alarm lässt die Einsatzkräfte nichts Gutes vermuten, denn die Leitstelle meldete einen schweren Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen. Nachdem Eintreffen der ersten Kräfte ist klar, die schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet. „Die erste Lage vom Rettungswagen Schrobenhausen gab zwei Personen, die reanimationspflichtig in ihren Fahrzeugen eingeklemmt sind und eine Person die vermutlich mittelschwer verletzt ist“, berichtet Einsatzleiter Maximilian Ertle. In dem Moment ist er noch auf Anfahrt zum Unglücksort, aber seine Gedanken sind schon an der Unfallstelle: „Man überlegt zum einen, welche Krankenhäuser könnten die Personen aufnehmen. Wie geht es auch meinen eigenen Einsatzkräften mit der Situation? Welche Absprachen sind zu führen, mit der Polizei, Feuerwehr und benötigen wir zum anderen eine Krisenintervention oder weitere Kräfte“?

Während dieser Zeit ist der zweite Kommandant der Feuerwehr Schrobenhausen schon vor Ort – es gilt für ihn die Lage zu sichten und sich einen Überblick zu verschaffen. „Wie dann festgestanden ist, dass zwei Personen eingeklemmt waren, in jeweils einem Fahrzeug. Dann hat man die Kräfte aufgeteilt, jeweils ein Fahrzeug, an das jeweilige Fahrzeug, wo die Personen eingeklemmt sind“, erklärt der erfahrene Feuerwehrler. Der 38-Jährige aus dem Ford ist schnell befreit und die Rettungskräfte kämpfen mit Wiederbelebungsmaßnahmen um das Leben des Mannes – verlieren aber nach einiger Zeit den Kampf. Beim zweiten Auto, einem BMW, ist schnell klar, der 35-Jährige Fahrer hat den massiven Zusammenprall nicht überlebt. Erfahrene Kräfte der Feuerwehr übernehmen die traurige Aufgabe, den Verstorbenen aus dem Auto zu befreien. Der Einzige, der den Horrorcrash überlebt ist ein 25-jähriger VW-Fahrer, den der Rettungsdienst aber auch mit schweren Verletzungen zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus bringt.

Erst nach der Befreiung des Verstorbenen kehrt Ruhe an der Unglücksstelle ein. Die hektische Phase ist vorbei, als der Bestatter und der von der Staatsanwaltschaft bestellte Gutachter ankommen. Beide nehmen, zusammen mit der Polizei ihre Arbeit auf. So langsam kristallisiert sich heraus, wie sich der Unfall abgespielt haben muss. Nach ersten Informationen war der 38-Jährige mit seinem Ford auf der B300 von Augsburg kommend in Richtung Regensburg unterwegs. Aus bislang ungeklärter Ursache gerät er zwischen den Ausfahrten Peutenhausen und Schrobenhausen-Süd auf die Gegenfahrbahn, der hier dreispurigen Bundesstraße. Doch genau zu dieser Zeit sind hier ein 25-Jähriger mit seinem VW und ein 35-Jähriger mit seinem BMW unterwegs. Der BMW befindet sich auf der Überholspur, um an dem VW vorbeizufahren, als es zum frontalen Zusammenstoß mit dem Ford kommt. Die Wucht des Aufpralls ist so stark, dass der BMW anschließend noch mit dem VW kollidiert.

Die zum Teil völlig zerstörten Fahrzeuge und die zwei Verstorbenen sind Bilder, die auch die Einsatzkräfte erst einmal verarbeiten müssen. „Sicher sind solche Einsätze, gerade auch mit mehreren, aber auch ein Toter ist, da aber auch leider völlig ausreichend, sind immer wieder tragisch und natürlich müssen die Einsatzkräfte damit klar kommen. Da helfen auch interne Gespräche in der Dienststelle, in der Dienstgruppe, aber wir haben natürlich auch einen psychologischen Dienst, an den sich die Kollegen jederzeit wenden können, wenn sie Probleme haben und mit jemandem über diese belastenden Situationen sprechen möchte“, erklärt Nadine Hofmann von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Ähnlich sieht es bei Feuerwehr und Rettungsdienst aus. „Wir sprechen das natürlich danach noch einmal durch, setzen uns zusammen. Wenn es wirklich nötig ist, dann ziehen wir auch PSNVE dazu, das ist eine Fachkraft, die die Einsatzkräfte im Nachhinein betreut, die direkt daran beteiligt waren“, so Ottilinger von der Feuerwehr Schrobenhausen. Und auch der Einsatzleiter Rettungsdienst weiß, wie wichtig eine Betreuung für seine Kollegen ist: „Es gibt nicht viele Maßnahmen, die wir treffen können. Zum einen können wir das im kleinen Team besprechen auf Wachebene. Wenn das nicht ausreicht oder weitere Hilfe von Nöten ist, haben wir die Möglichkeit der Krisenintervention“.