Zwei von drei Erwerbslosen in Deutschland sind auf Hartz IV angewiesen. Das zeigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, welche die Linken-Fraktion ausgewertet hat und über welche die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet. Demnach wurden vergangenes Jahr 65,7 Prozent der Erwerbslosen – 1.538.153 Menschen – im Hartz-IV-System betreut und nur 34,3 Prozent (801.929) von den Agenturen für Arbeit.

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In Ostdeutschland waren sogar 69,9 Prozent im Hartz-IV-Bezug gegenüber 64,4 Prozent in Westdeutschland. Im Oktober 2019 lag der Anteil bundesweit bei 63,9 Prozent. Arbeitslosengeld gibt es für zwölf Monate, ab 50 Jahren können es bis zu 24 Monate werden.

Den niedrigsten Anteil von Erwerbslosen, die auf Hartz IV angewiesen waren, hatte im Jahr 2018 Bayern mit 46,9 Prozent. Schlusslicht der Statistik ist Bremen mit 77 Prozent, dort bezieht also nur jeder vierte Arbeitslose Arbeitslosengeld. Von Erwerbslosen ohne Berufsausbildung befanden sich bundesweit im vergangenen Jahr 80,9 Prozent im Hartz-IV-Bezug, in Ostdeutschland sogar 85,6 Prozent. Linken-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann forderte in der NOZ: „Die Betreuung von Erwerbslosen im Bereich der Arbeitslosenversicherung muss von der Ausnahme wieder zur Regel werden.“

Angesichts der massiven Rücklagen der Bundesarbeitsagentur sei es geboten, die maximale Bezugsdauer von Arbeitslosengeld von zwei auf drei Jahre zu verlängern. Anschließend müsse es ein „Arbeitslosengeld Plus“ in Höhe von 58 Prozent des Gehaltes vor dem Jobverlust geben, sagte Zimmermann.