Wie kann eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe im Raum Augsburg gelingen?

Wie kann es gelingen, im Raum Augsburg ein regionales Konzept mit realisierbaren Lösungspfaden zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe zu etablieren? Dieser Fragestellung widmet sich ein Konsortium aus Industrie, Kommunen, Abfallwirtschaft und Wissenschaft, das ab Februar 2020 für drei Jahre vom BMBF gefördert wird.

200219_regiocycle_kickoff.jpg__1080x2000_q85_subject_location-25921728_subsampling-2 Wie kann eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe im Raum Augsburg gelingen? Augsburg Stadt Campus News | Presse Augsburg
Das Projektkonsortium beim Auftakttreffen in Augsburg von (links hinten): Michael Haas (Landratsamt Aichach-Friedberg), Theo Frey (Dorr Energie GmbH), Michael Püschel (Landratsamt Augsburg), Christian Schulze (aws Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Augsburg), Christof Dusch (Universität Augsburg), Johannes Benz (Universität Stuttgart), Lukas Meßmann (Universität Augsburg), Martina Medrano (Regio Augsburg Wirtschaft GmbH), Maic Verbücheln (Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH), Marco Geiger (Umweltcluster Bayern), Alfred Mayr (Umweltcluster Bayern), Dr. Andrea Thorenz (Universität Augsburg), Laura Jantz-Klinkner (Umweltcluster Augsburg), Julia Hilsberg (ELOGplan GmbH), Melanie Dörfner (aws Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Augsburg), Irina Babakova (Universität Stuttgart), Dr. Lars Zeggel (Fraunhofer IWKS) Bild: Umweltcluster Bayern

Angesichts steigender Kunststoffabfallmengen und ausgehend von den Erfahrungen mit den Lebenswegen eingesetzter „konventioneller“ Kunststoffe sowie der Entwicklung und dem Einsatz biobasierter Kunststoffe stellen sich Fragen nach den Zukunftsperspektiven für den Werkstoff und dessen Verwertung. Eine Option ist der Weg von der linearen Abfallwirtschaft hin zu einer wirklichen Kreislaufführung, wie es auch die Europäische Union im „Circular Economy Action Plan“ postuliert. Das heißt einem zirkulären Wirtschaften, und der Reduzierung des Ressourceneinsatzes für die Kunststoffherstellung. Vermeidung von Abfällen, Substitution durch den Einsatz biobasierter Kunststoffe oder anderer alternativer Materialien sowie Sammlung, Sortierung und Recycling in einer regionalen Kreislaufwirtschaft.

Wandel als Chance

Für die Stadt-Land-Beziehungen kann dieser Wandel eine Chance bedeuten. Biobasierte Geschäftsmodelle können die sozioökonomische Entwicklung des ländlichen Raumes, etwa durch die Verwertung von landwirtschaftlichen Reststoffen wie Stroh als Substitut für Kunststoffprodukte stärken. In urbanen Ballungsräumen wiederum kann die Verwendung biobasierter Produkte zu einem nachhaltigeren Konsumverhalten beitragen. Durch die anschließende stoffliche oder energetische Wiedernutzung kann schließlich eine grenzüberschreitende Kreislaufführung stattfinden, wodurch ein Beitrag zum regionalen Landmanagement geleistet wird.

Potenzial regional verfügbarer Rohstoffe

„Die Aufgaben des Resource Lab liegen in der wissenschaftlichen Begleitung des reGIOcycle Projekts, vor allem Potentialanalysen für die regional verfügbaren Rohstoffe, die Evaluierung der Lebenswege mittels ökonomischer, ökologischer und sozialer Zielkriterien und die Erarbeitung eines methodisch übertragbaren Regionalkonzepts stehen im Mittelpunkt“, so Dr. Andrea Thorenz.

Das Projektkonsortium setzt sich aus Vertretern der Stadt Augsburg und umliegender Landkreise (Augsburg und Aichach-Friedberg) sowie der Wirtschaft und Wissenschaft zusammen, die Koordination übernimmt das Umweltcluster Bayern. Verbundpartner: BioIN GmbH, Difu Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH, Dorr GmbH und Co. KG, ELOGplan GmbH, Fraunhofer ISC Projektgruppe Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS, Landpack GmbH, Stadt Augsburg und Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Augsburg, TECNARO GmbH, Universität Augsburg – Institut für Materials Resource Management und Resource Lab, Universität Stuttgart – Institut für Kunststofftechnik. Assoziierte Partner: AVA Abfallverwertung Augsburg KU, Landkreis Aichach-Friedberg, Landkreis Augsburg, Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ).

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderrichtlinie „Stadt-Land-Plus“ gefördert, die Teil der Leitinitiative Zukunftsstadt innerhalb des BMBF-Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklung – FONA3“ ist.