Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat die Bundesregierung vor einer Vernachlässigung der Krankenhaus-Versorgung auf dem Land gewarnt.

Holetschek Druckgroesse
Gesundheitsminister Holetschek | Foto: stmgp

Holetschek sagte am Montag in München nach einer Videoschalte der Gesundheitsministerkonferenz (GMK): „Die Krankenhausreform der Berliner Ampel-Koalition darf nicht zulasten der stationären Versorgung auf dem Land gehen. Für die Bürgerinnen und Bürger ist eine wohnortnahe Krankenhaus-Versorgung ebenso wichtig wie die Qualität und qualifiziertes Personal. Die Krankenhausreform muss einen Dreiklang bilden aus Qualität, Personal und Erreichbarkeit.“

Der Minister fügte hinzu: „Niemandem ist in einem Notfall damit gedient, wenn das nächste Krankenhaus zwar top ausgestattet ist, aber leider 120 Kilometer entfernt.“ Damit wandte sich Holetschek auch gegen Äußerungen des GMK-Vorsitzenden Manne Lucha aus Baden-Württemberg, der die Entfernung der Krankenhäuser zuvor als nebensächlich heruntergespielt hatte.

Holetschek betonte: „Bayern wird nicht zulassen, dass die wohnortnahe Versorgung durch Berliner Pläne untergraben wird. Vielmehr wird Bayern in den kommenden fünf Jahren 100 Millionen Euro investieren, um gezielt Krankenhäuser im ländlichen Raum zu unterstützen. Wir nehmen also 20 Millionen Euro pro Jahr in die Hand, mit denen wir kleineren Häusern in der Fläche helfen, den steigenden Investitions- und Wettbewerbsdruck abzufedern, der auch durch die Berliner Reformpläne befeuert werden dürfte. Ich denke dabei sowohl an bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Notfallversorgung in der Klinik als auch an Investitionen in sektorenübergreifende Angebote.“