„Die Situation ist keineswegs entspannt“ | Unterallgäuer Landrat ruft Kommunen zur Mithilfe bei Flüchtlingsunterbringung auf

Mit eindringlichen Worten hat sich Landrat Alex Eder an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Landkreis Unterallgäu gewandt. In einem offenen Brief beschreibt er die nach wie vor angespannte Lage bei der Unterbringung von Geflüchteten und ruft die Kommunen zur aktiven Unterstützung auf: „Die Situation der Flüchtlingsunterbringung bei uns im Landkreis ist nach wie vor keineswegs entspannt.“

Eder bittet die Gemeinden, weiter gezielt nach geeigneten Grundstücken, Häusern und Wohnungen zu suchen, um Flüchtlinge dezentral unterzubringen. Das Ziel sei es, vorhandene Notunterkünfte so schnell wie möglich aufzulösen.

Entlastung dringend notwendig

Trotz leicht rückläufiger Zugangszahlen – etwa 20 Geflüchtete pro Woche – bleibe der Druck groß. Aktuell leben rund 600 Personen im Unterallgäu in Notunterkünften, die Eder als teuer und aus humanitärer Sicht unzureichend bezeichnet. Hinzu kämen zahlreiche sogenannte Fehlbeleger: Menschen mit Bleiberecht, die keine Wohnung finden und deshalb in den Asylunterkünften verbleiben.

„Sowohl wegen der dortigen Lebensumstände als auch wegen der laufenden Kosten müssen wir diese Notunterkünfte so schnell wie möglich auflösen“, so der Landrat. Die Vermittlung dieser Menschen in regulären Wohnraum sei entscheidend, um neue Aufnahmen überhaupt ermöglichen zu können.

Lob für Bundespolitik – aber lokale Umsetzung stockt

Eder zeigt sich in seinem Schreiben auch mit der jüngsten Asylpolitik der Bundesregierung zufrieden: „Ein wichtiges Zeichen, das ich mir nach meinem Brief an den damaligen Bundeskanzler Herrn Scholz im Sommer 2023 schon lange erhofft hatte.“ Dennoch werde es dauern, bis die Auswirkungen vor Ort spürbar sind.

Aufruf zur Zusammenarbeit

Abschließend appelliert Eder an die kommunale Verantwortung: „Wir müssen miteinander daran arbeiten, bei Ihnen in den einzelnen Gemeinden viele kleine dezentrale Unterbringungsmöglichkeiten für die Asylbewerber im Landkreis Unterallgäu zu finden.“ Widerstände in einzelnen Orten verstehe er, doch das Landratsamt müsse weiterhin jede passende Unterkunft anmieten.

Gleichzeitig sichert Eder Unterstützung bei der Integration zu: „Bitte lassen Sie uns weiterhin gemeinsam Lösungen finden!“

Der vollständige Brief ist auf der Website des Landratsamts Unterallgäu abrufbar: www.unterallgaeu.de/aktuelles.
 

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