Am vergangenen Samstag wurde es ernst – zumindest in der Übung: Auf dem Gelände der LEW nahe des Lechwehrs in Gersthofen fand ein groß angelegtes Hochwasser-Training statt. Im Fokus stand die realitätsnahe Erprobung verschiedener Schutzmaßnahmen gegen Extremhochwasser. Höhepunkt war ein bisher rein theoretisch betrachtetes Szenario, das erstmals praktisch umgesetzt wurde: die gezielte Sprengung eines Deichs zur Aktivierung eines Notüberlaufbereichs.
65 Einsatzkräfte im koordinierten Trainingseinsatz
Seit den Morgenstunden waren insgesamt 65 Einsatzkräfte verschiedener Organisationen im Einsatz. Beteiligt waren die LEW, das Technische Hilfswerk (THW) aus Augsburg und Schwabmünchen, die Wasserwachten aus Gersthofen und Steppach, die Freiwilligen Feuerwehren Gersthofen und Batzenhofen sowie Drohnenteams des THW Freising und des BRK Augsburg-Land. Bis in den Nachmittag hinein wurde das komplexe Zusammenspiel zwischen den Einheiten unter realitätsnahen Bedingungen trainiert.
Gezielte Deichsprengung als neue Maßnahme zur Hochwasserabwehr

Zentraler Bestandteil des Übungstags war die kontrollierte Sprengung eines eigens errichteten Musterdeichs. Die Fachgruppe Sprengen des THW Augsburg übernahm die technische Durchführung. Der Deich war zuvor mit Wasser hinterfüllt worden, um die Situation so realitätsnah wie möglich zu gestalten.
Durch die gezielte Sprengung wurde der Deich auf einer Länge von acht Metern geöffnet. Das anstehende Wasser konnte so planmäßig in den Lechkanal abgeleitet werden. Dieses Vorgehen simulierte ein Szenario, das im Ernstfall Leben retten und Schäden verhindern könnte:„So eine gezielte Dammöffnung dient der Gefahrenabwehr: Sie kann bei extremen Hochwasserereignissen dazu beitragen, besiedelte Gebiete und kritische Infrastrukturen vor Überschwemmung zu schützen, indem gezielt Wasser vorher ausgeleitet wird.“

LEW setzt auf regelmäßige Krisenübungen
Die LEW legt großen Wert auf Prävention und Zusammenarbeit.
„Die LEW führt regelmäßig gemeinsame Trainings und Krisenübungen mit Hilfsorganisationen, Feuerwehren und Behörden durch, um auf Hochwasserereignisse vorbereitet zu sein sowie um die Zusammenarbeit und Koordinierung zu trainieren und weiter zu verbessern.“
Mit 36 Wasserkraftwerken in der Region spielt die LEW eine zentrale Rolle im Hochwasserschutz entlang des Lechs. Neben der Stromerzeugung ist die regelmäßige Wartung und Kontrolle der Hochwasserschutzanlagen ein zentraler Bestandteil ihrer Aufgaben.

Übung mit Vorbildcharakter
Die erfolgreiche Durchführung der Übung zeigt, wie wichtig vorausschauende Planung und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Katastrophenschutz sind. Mit dem Schritt, ein theoretisches Extremhochwasser-Szenario praktisch umzusetzen, wurde ein bedeutender Beitrag zur Weiterentwicklung der Hochwasserabwehr in Bayern geleistet.


