Schweizer E-Vignette – So beliebt ist die digitale Vignette bei Reisenden

Seit dem 1. August 2023 gibt es die Vignette in der Schweiz nicht mehr nur zum Kleben, sondern auch digital. Im Zeitalter der Digitalisierung sind einige mit Sicherheit der Meinung, dass die Einführung der Schweizer E-Vignette längst überfällig war. Wirft man einen Blick auf andere Länder in Europa, stellt man fest, dass es in einigen davon bereits seit Jahren eine digitale Ausführung der Vignette gibt. 

Symbolbild

Das beste Beispiel ist Österreich. In dem Land wurde die digitale Vignette bereits im Jahr 2018 eingeführt. Schon nach einigen Jahren ist zu sehen, wie das neue Produkt das Gegenstück zum Kleben überholt (Stand 2022: 62 % Anteial bei Jahresvignetten). Wir beschäftigen uns in den nachfolgenden Abschnitten mit den Hintergründen zur E-Vignette in der Schweiz und verraten, ob sich bei dem Produkt bislang eine ähnliche Entwicklung beobachten lässt.

Hintergrund zur Schweizer E-Vignette

Die Autobahnvignette in der Schweiz gab es erstmals im Jahr 1985. Fast 40 Jahre später wird endlich auch die E-Vignette zum Kauf angeboten. Mit der Einführung der „neuen“ Vignette wurde die Klebevignette aber keinesfalls abgeschafft. Man kann sie auch heute noch an Tankstellen und anderen Verkaufsstätten erwerben. Die elektronische Vignette war zunächst nur über die Webseite des Schweizer BAZG (Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit) erhältlich. Mittlerweile wird die Vignette auch über Vignetteswitzerland.com angeboten.

Nun stellt man sich vielleicht die Frage, was das Land nach so langer Zeit dazu bewegt hat, eine digitale Vignette einzuführen. Zum einen konnte man die Entwicklung bereits in anderen Ländern, wie Österreich, beobachten. Zum anderen bringt das digitale Produkt eine Reihe an Vorteile mit sich – und zwar sowohl für Reisende als auch für das Land an sich.

Was die Schweizer E-Vignette für Autofahrer zu bedeuten hat, liegt auf der Hand. Man kann das Produkt mit wenigen Klicks bereits vor der Fahrt online bestellen und muss nicht mehr anhalten, um die Vignette zum Kleben auf dem Weg zu kaufen. Die Unterlagen zur neuen Vignette speichert man digital ab. Somit ist kein Kleben und auch kein aufwändiges Entfernen mehr nötig. Für die Schweiz ergibt sich folgender Vorteil: Die Kontrollen gehen bei der E-Vignette einfacher vonstatten. Sie erfolgen über ein Kamerasystem, das sich entlang der mautpflichtigen Strecken befindet. Der Prozess ist dadurch nicht nur automatisiert, sondern auch schneller.

So häufig wurde die E-Vignette gekauft

In den ersten 4 Monaten wurde die Schweizer E-Vignette für 2023 mehr als 250.000 mal verkauft. Auch die Zahlen für die digitale Jahresvignette 2024, die am 1. Dezember 2023 erschienen ist, sprechen für sich. In den ersten Stunden haben sich mehr als 100.000 Käufer für das digitale Produkt entschieden. Es ist vermutlich noch zu früh, um zu behaupten, dass die E-Vignette die Klebevignette schon bald überholen wird – wie im Fall von Österreich. Schließlich wurde das Produkt erst vor wenigen Monaten eingeführt. Die bisherigen Verkaufszahlen sprechen allerdings deutlich für den Erfolg der digitalen Vignette in der Schweiz. 

Die Tatsache, dass im Allgemeinen so viele Autofahrer und Reisende die Vignette kaufen, mag auch mit den Geschehnissen in der Hotellerie zusammenhängen. Wie anhand einer Veröffentlichung des Bundesamts für Statistik deutlich wird, verbuchte die Branche in der Schweiz im Jahr 2023 so viele Hotelübernachtungen wie nie zuvor. Die Anzahl an Reisenden, die aus Deutschland in der Schweiz übernachten, ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 4 % gestiegen. Unter den europäischen Gästen befinden sich Reisende aus Deutschland somit auf Platz 2. Wie viele Urlauber davon mit dem Auto in die Schweiz fahren, geht aus der Untersuchung jedoch nicht hervor.

Das muss man beim Kauf der E-Vignette beachten

Da man sich bei der E-Vignette nicht mehr an eine Verkaufskraft wenden kann, sondern man online „auf sich selbst gestellt“ ist, sollte man mehrere Punkte beachten. Es ist besonders wichtig, die Daten (Fahrzeugkategorie, Kfz-Kennzeichen, Zulassungsland) richtig zu hinterlegen. Falls das nicht geschieht, wird zum einen der Betrag für die „falsche“ Vignette nicht erstattet und zum anderen kann es zu Strafen kommen. 

Bei einem weiteren Punkt, auf den man achten sollte, handelt es sich um den Gültigkeitszeitraum der Vignette. Dies ist in der Schweiz jedoch deutlich einfacher als in anderen Ländern. Denn es wird ausschließlich eine Jahresvignette angeboten. Die aktuelle Vignette gilt vom 1. Dezember 2023 bis zum 31. Januar 2025.

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