Am heutigen Freitag, dem 23. Januar 2026, haben Beamte der Kriminalpolizeiinspektion Passau die Wohn- und Praxisräume eines im Landkreis Rottal-Inn tätigen Arztes durchsucht. Die Ermittlungen richten sich gegen einen 64-jährigen deutschen Facharzt für Frauenheilkunde, der im Verdacht steht, im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit sexuelle Handlungen an Patientinnen vorgenommen zu haben.
Durchsuchungen im Landkreis Rottal-Inn
Unterstützt von den Zentralen Einsatzdiensten Passau vollzogen die Einsatzkräfte einen von der Staatsanwaltschaft Landshut beantragten Durchsuchungsbeschluss. Dieser bezog sich auf die Praxisräume und die Wohnanschrift des Verdächtigen. Zusätzlich wurde ein Haftbefehl wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch vollzogen. Nach der Vorführung beim zuständigen Amtsgericht wurde der Haftbefehl jedoch unter strengen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Eine der Auflagen ist das Verbot, weiterhin Patientinnen und Patienten zu behandeln.
Ermittlungen und Hinweise für Betroffene
Die Ermittlungen durch die Kriminalpolizei Passau in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Landshut setzen sich fort. Ein weiterer Ermittlungsschwerpunkt ist die Frage, ob möglicherweise zusätzliche Patientinnen betroffen sind. Die Polizei fordert Menschen, die eventuell ebenfalls betroffen sind, dazu auf, sich bei der Kriminalpolizei Passau unter der Telefonnummer 0851/9511-0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.
Informationen für Opfer
Bei Sexualdelikten sind körperliche Verletzungen oft nicht erkennbar, dennoch können die psychischen Folgen erheblich sein. Jede Person reagiert anders auf solche Erlebnisse. Besonders in Fällen, in denen die Opfer den Täter kennen, fühlen sich viele mitschuldig. Doch die Verantwortung liegt immer beim Täter, niemals beim Opfer.
Opfer von sexuellen Straftaten wird geraten, dringend die Polizei zu informieren. In akuten Bedrohungssituationen ist die 110 zu wählen. Es besteht die Möglichkeit, sich beim Anzeigeerstatten von einer Vertrauensperson oder einem Rechtsbeistand begleiten zu lassen.
Für Unterstützung und Beratung steht das „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ unter der Nummer 116 016 rund um die Uhr anonym und kostenlos zur Verfügung. Zudem bieten Opferhilfeorganisationen und Polizeidienststellen, insbesondere die Fachkommissariate für Sexualstraftaten, ihre Unterstützung an.


