Sandro Wagner, der erst im Sommer den Cheftrainerposten beim FC Augsburg übernommen hatte, ist bereits nach zwölf Bundesliga-Spieltagen wieder freigestellt worden. Der frühere Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft hatte seinen DFB-Posten aufgegeben, um in Augsburg erstmals selbst als Chefcoach zu arbeiten – doch das Kapitel endet nun schneller als erwartet.
Die jüngste 0:3-Pleite gegen die TSG Hoffenheim war offenbar ausschlaggebend. Unter Wagner konnte der FCA nur vier seiner insgesamt 14 Pflichtspiele gewinnen, neun gingen verloren, ein Spiel endete remis. In der Bundesliga steht Augsburg nach zwölf Spieltagen auf Rang 14 und steckt damit im Abstiegskampf. Im DFB-Pokal schied der Verein bereits in Runde zwei gegen den VfL Bochum aus.
Zuletzt hatte es vermehrt Proteste von Fans gegen Wagner und die Klubführung gegeben. Kritisiert wurde unter anderem ein vermeintlicher „Personenkult“ rund um den Trainer sowie zu viel Fokus auf Marketing. Wagner zeigte angesichts der sportlichen Probleme Verständnis für die Unzufriedenheit.
Obwohl er einen Vertrag bis 2028 unterschrieben hatte, ist seine Zeit beim FCA nun beendet. Der frühere Stürmer war vor seinem Engagement in Augsburg als Assistent von Bundestrainer Julian Nagelsmann tätig, hatte aber betont, selbst als verantwortlicher Trainer arbeiten zu wollen.
Manuel Baum übernimmt temporär
Bis zur Winterpause übernimmt Manuel Baum die Mannschaft. Baum war bereits von 2016 bis 2019 Cheftrainer in Augsburg und ist seit Juni 2025 als „Leiter Entwicklung & Fußballinnovation“ im Verein tätig. Am kommenden Samstag spielt der FCA gegen Bayer Leverkusen.

Zuvor hatte sich Augsburg schon nach der letzten Saison von Jess Thorup getrennt, obwohl dieser die Mannschaft auf Platz zwölf geführt hatte. Die Vereinsführung um Geschäftsführer Michael Ströll wollte jedoch größere sportliche Fortschritte sehen. Von Wagner erhoffte man sich offensiveren Fußball, attraktiveres Spiel und eine stärkere Entwicklung junger Talente. Ein Plan, der bislang überhaupt nicht aufging.

Die offiziellen Statements des FC Augsburg und Sandro Wagner
„Wir möchten uns bei Sandro und seinem Team für die geleistete Arbeit und den leidenschaftlichen Einsatz für unseren FCA bedanken. In den Gesprächen nach dem Spiel in Hoffenheim haben wir festgestellt, dass der Glaube und die Überzeugung fehlen, in der aktuellen Konstellation den Turnaround zu schaffen. Für uns steht bei jeder Entscheidung, die wir treffen, immer das Wohl des FCA im Zentrum und deswegen sind wir zu diesem Entschluss gekommen“, sagt FCA-Geschäftsführer Michael Ströll.
„Sandro hat in den vergangenen Monaten wichtige Prozesse angestoßen und mit großem Engagement für den FCA gearbeitet, dafür danken wir ihm. Wir sind als Club von unserem eingeschlagenen Weg überzeugt und werden diesen weiterverfolgen. Nun gilt es in den kommenden Spielen Stabilität zu bekommen und zu punkten“, sagt Sportdirektor Benni Weber.

„Ich habe die Aufgabe beim FCA immer mit großer Energie und Leidenschaft ausgeübt. Wir wollten gemeinsam viel verändern, leider ist uns das in der kurzen Zeit nicht wie erhofft gelungen. Für die immer vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen möchte ich mich bedanken. Ich wünsche dem Verein für die Zukunft nur das Beste“, sagt Sandro Wagner.


