Großrazzia im Augsburger City Club: Polizei durchsucht mehrere Objekte – 17 Personen vorläufig festgenommen

Augsburg – In enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Augsburg hat die Polizei am Samstag (31. Januar 2026) eine großangelegte Durchsuchungsaktion im Stadtgebiet durchgeführt. Schwerpunkt des Einsatzes war der City Club am Königsplatz. Hintergrund sind umfangreiche Ermittlungen wegen des Verdachts des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln.

Bereits seit Ende 2024 ermittelt die Polizeiinspektion Augsburg Mitte in dem Verfahren. Im Laufe der Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht, dass in dem Club in der Augsburger Innenstadt mit Betäubungsmitteln gehandelt worden sein soll. Zudem sollen dort Betäubungsmittel offen konsumiert worden sein.

Am Samstagabend kam es ab etwa 21 Uhr zu der groß angelegten Razzia im City Club. Rund 200 Polizistinnen und Polizisten waren über mehrere Stunden hinweg im Einsatz. Beteiligt waren Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Schwaben Nord, Beamte der Bereitschaftspolizei – unter anderem aus Dachau – sowie zwei Staatsanwälte. Die Stadt Augsburg oder weitere Behörden waren nach Angaben der Polizei nicht involviert.

Der Bereich rund um den Club wurde weiträumig abgesperrt. Zahlreiche Polizeifahrzeuge positionierten sich am Königsplatz und in den umliegenden Straßen. Auch die Wallstraße hinter dem Club war gesperrt. Dort richteten die Einsatzkräfte eine Einsatzleitung ein, stellten Zelte auf und leuchteten das Gelände mit einer sogenannten Lichtgiraffe aus. Zudem waren Diensthundeführer mit Polizeihunden vor Ort.

Im Rahmen des Einsatzes durchsuchte die Polizei insgesamt drei Objekte in Augsburg, darunter Wohn- und Geschäftsräume sowie den City Club in der Innenstadt. Dabei stellten die Beamten umfangreiche Beweismittel sicher. Beschlagnahmt wurden unter anderem verschiedene Betäubungsmittel – darunter Kokain, Amphetamin und weitere synthetische Substanzen – im unteren dreistelligen Grammbereich, außerdem Bargeld und Datenträger.

Nach Angaben der Polizei nahmen die Einsatzkräfte 17 Personen im Alter zwischen 27 und 48 Jahren vorläufig fest. 16 Personen wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Gegen eine weitere Person bestand ein Haftbefehl aus einem anderen Verfahren, der vollzogen wurde. Die Person wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Während der Durchsuchungsmaßnahmen kam es zu zwei Widerstandshandlungen gegen eingesetzte Polizeibeamte. Verletzt wurde dabei niemand.

Nach unbestätigten Zeugenaussagen sollen im Club auch minderjährige Personen unter 18 Jahren anwesend gewesen sein. Zudem wurden laut Beobachtungen vor Ort mehrere Personen leibesvisitiert. Räume im dritten Stock des Gebäudes wurden wegen „Gefahr im Verzug“ gewaltsam geöffnet; ein entsprechender Durchsuchungsbeschluss soll nachgereicht worden sein. Dabei sollen sogar Bodendielen entfernt worden sein, um mögliche Drogenverstecke zu überprüfen. Zu diesen Punkten äußerten sich Polizei und Staatsanwaltschaft bislang nicht.

Während des Einsatzes versammelten sich zahlreiche Clubbesucher vor dem Gebäude. Nach Beobachtungen vor Ort skandierten sie Parolen zur Unterstützung des City Clubs und gegen die polizeilichen Maßnahmen. Dabei wurde auch ein Banner gezeigt. Personen aus dem linken und antifaschistischen Spektrum ergriffen zeitweise über ein Mikrofon das Wort. Die Bereitschaftspolizei hielt die Absperrungen aufrecht und ließ sich nicht provozieren. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch einzelne Gäste im Club.

Foto: Bruder

Die Ermittlungen dauern unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Augsburg weiter an. Aufgrund des laufenden Verfahrens sind derzeit keine weiteren Auskünfte möglich. Die Tatverdächtigen besitzen die deutsche, russische, italienische sowie amerikanische Staatsangehörigkeit.

City Club als kultureller Treffpunkt

Der City Club (CC) besteht seit 13 Jahren und gilt für viele als feste kulturelle Größe in Augsburg. Bekannt ist der Club insbesondere für Raves, elektronische Musik und ein breites Spektrum kultureller Veranstaltungen. Vor allem die alternative und queere Szene nutzt den CC als wichtigen Treffpunkt. Neben Konzerten finden dort regelmäßig Flohmärkte, Ausstellungen und kreative Zusammenkünfte statt. Durchsuchungen oder Polizeieinsätze dieser Größenordnung hat es dort bislang nicht gegeben.

Presse Augsburg
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