Die ehemalige Reichskartause Maria Saal in Buxheim gilt als eine der bedeutendsten Klosteranlagen des Kartäuserordens im süddeutschen Raum. Für den Erhalt und Betrieb des Kartausenmuseums stellt der Bezirk Schwaben im Jahr 2025 eine Förderung in Höhe von 50.000 Euro bereit. Das denkmalgeschützte Ensemble mit seiner außergewöhnlichen Bausubstanz und barocken Ausstattung zieht jedes Jahr tausende Besucher an.
Bezirk bekennt sich zur Verantwortung
Bezirkstagspräsident Martin Sailer unterstreicht die Bedeutung des Engagements:
„Als Bezirk Schwaben und Eigentümer des barocken Chorgestühls haben wir ein großes Interesse an dem Erhalt der Kartause Buxheim. Sie ist Teil der bayerisch-schwäbischen Kulturlandschaft. Wir sind gerne bereit, einen Teil der ungedeckten Betriebskosten zu übernehmen.“
Nach dem altersbedingten Rückzug des langjährigen Trägers, dem Heimatdienst Buxheim, Ende 2024, liegt die Verantwortung künftig bei der öffentlichen Hand: dem Bezirk Schwaben, dem Landkreis Unterallgäu und der Gemeinde Buxheim.
Barockes Meisterwerk als Besuchermagnet
Besonderer Anziehungspunkt der Anlage ist das barocke Chorgestühl, das sich seit 1980 im Besitz des Bezirks befindet. Es wurde Ende des 17. Jahrhunderts vom Tiroler Holzbildhauer Ignaz Waibl geschaffen.
Wibke Reimer, Leiterin der Abteilung Kultur und Heimatpflege, hebt dessen kunsthistorische Bedeutung hervor:„Das Chorgestühl zählt zu den besten Bildhauerarbeiten des Hochbarocks in Süddeutschland. Das jahrzehntelange Engagement des Heimatdienstes Buxheim zum Erhalt und der Vermittlung dieses bedeutenden Kulturdenkmals ist schwabenweit vorbildhaft.“
Das Kartausenmuseum, das in ehemaligen Mönchszellen untergebracht ist, verzeichnet jährlich zwischen 10.000 und 13.000 Besucherinnen und Besucher.

Foto: Matthias Hain
Ein Blick in die Geschichte der Kartause
Die Ursprünge der Kartause reichen bis ins Jahr 1100 zurück. 1402 ging das damalige Kollegiatstift an den Kartäuserorden über. In den Folgejahren entwickelte sich Buxheim zum bedeutendsten Kartäuserkloster im deutschsprachigen Raum. 1548 erhielt es auf dem Augsburger Reichstag den einmaligen Status einer Reichskartause – eine Sonderstellung, die bis zur Säkularisation im Jahr 1803 Bestand hatte. Damit unterstand die Kartause direkt dem Schutz des Kaisers und nahm eine zentrale Rolle in der Region ein.
Nach der Auflösung des Klosters gelangte das Anwesen 1810 in den Besitz der Grafen Waldbott-Bassenheim, die es als Schloss und Wohnsitz nutzten. Ab 1880 begann der Verkauf von Teilen des Geländes, bis schließlich 1926 die letzten Gebäude an die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos übergingen.
Zukunft gesichert – mit gemeinsamer Kraft
1975 wurde das Deutsche Kartausenmuseum vom Heimatdienst Buxheim gegründet – bis heute das einzige seiner Art. Nach dessen Rückzug übernimmt ab 2025 die Gemeinde Buxheim die Trägerschaft. Der Landkreis Unterallgäu und der Bezirk Schwaben sichern die finanzielle Basis des Museumsbetriebs.
Mit der aktuellen Förderung setzt der Bezirk ein klares Zeichen für den Erhalt eines einzigartigen Kulturerbes und stärkt zugleich den kulturellen Tourismus in der Region.


