Nach Hochwasser | Dillinger Landrat fordert Prüfung verpflichtender solidarischer Mehrgefahrenversicherung

Da sich Wetterkalamitäten aller Art wie Hochwasser, Stürme, Starkregen, Hagel, etc. häufen, reagiert Landrat Markus Müller nun auf das jüngste Hochwasserereignis mit einer konkreten Forderung gegenüber der Politik in Bund und Land.

Symbolbild

„Eine verpflichtende solidarische Mehrgefahrenversicherung sollte zwingend geprüft werden, um den einzelnen Bereichen und Betroffenen eine bezahl- und greifbare Absicherung zu ermöglichen“, betont Müller. Die vielen Gespräche, die er seit dem massiven und heftigen Hochwasserereignis vor zwei Wochen bereits geführt habe und unverändert führe, zeigen auf, dass es sowohl in Bürgerschaft, Wirtschaft, Vereinen und Landwirtschaft erhebliche Schäden gebe. „Diese zu beziffern, ist momentan noch Kaffesatzleserei, aber sie können in der Summe für den Landkreis in weit in den zweistelligen Millionenbereich gehen“, ist sich der Landrat sicher. Ein Teil könne über abgeschlossene Versicherungen abgewickelt, ein anderer Teil der Betroffenen müsse auf staatliche Hilfen für Bürger, Wirtschaft und Landwirtschaft zurückgreifen. Zu jedem einzelnen Schaden und Schicksaal komme noch die individuelle menschliche, persönliche und wirtschaftliche Betroffenheit, Betrachtung und Ernüchterung hinzu. Oft wurde Hab und Gut in nur wenigen Stunden vernichtet.

 

Dem Landrat sind auch Fälle bekannt, die in Richtung Existenzgefährdung gehen. Einige davon hätten sich gerne versichert, sie konnten jedoch wegen der Lage ihrer Gebäude oder der exorbitanten Präminenhöhe keine Versicherung abschließen. Wichtig sein nun, dass staatlichen Hilfen für nicht Versicherte oder nicht versicherbare Schäden in der Summe zeitnah greifen. Dies hängt oft von jedem Einzelfall ab. Müller fordert auch, dass für betroffene Vereine ein Weg zur Hilfegewährung gefunden werden muss. Dies sei noch nicht ausreichend geregelt. Für den Sportbereich laufe zwar über den BLSV ein Hilfsprogramm, aber es gebe immer noch andere Vereine, die betroffen sind und auf die bisher kein Hilfsprogramm richtig passt. Bezüglich der Entschädigung der Land- und Forstwirtschaft fordert Müller, dass die betroffenen Ministerien in Bayern (Finanz-, Umwelt- und Landwirtschaftsministerium), die seinerzeit vereinbarte Absichtserklärung für den Riedstrom auf der der Basis der Jahres 2013 berücksichtigen. Nicht umsonst hätten in 2016 drei Staatsminister die Erklärung unterschrieben. Insgesamt ist es für den Landrat wichtig, dass die Hilfen für Betroffene aus Bürgerschaft, Wirtschaft, Vereinswesen und Landwirtschaft zeitnah und gut umgesetzt werden, um schnell unter die Arme greifen zu können. Daran arbeiten aktuell neben dem Landratsamt, die Regierung von Schwaben und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit Nachdruck. 

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