Nach Razzia: City Club Augsburg kritisiert Polizeieinsatz scharf

Der Betreiber des City Clubs Augsburg wirft der Polizei einen unverhältnismäßigen und teilweise rechtswidrigen Einsatz vor. In einer Stellungnahme verurteilt das Betreiberkollektiv Ablauf und Umfang der Razzia am Samstagabend (31. Januar 2026), an der mehr als 200 Einsatzkräfte beteiligt waren.

Nach Angaben des Clubs sei das Gebäude gegen 20.40 Uhr von Einsatzkräften gestürmt worden. Gäste und Mitarbeitende seien über mehrere Stunden festgehalten worden, ohne dass ihnen Gründe genannt oder ein Durchsuchungsbeschluss vorgelegt worden sei. Der Geschäftsführer der betreibenden blausky GmbH habe den Durchsuchungsbeschluss erst am Ende des rund fünfstündigen Einsatzes erhalten.

https://presse-augsburg.de/grossrazzia-im-augsburger-city-club-polizei-durchsucht-mehrere-objekte-17-personen-vorlaeufig-festgenommen/1102990/ Neue Polizeikräfte in Schwaben Nord wurden aktiv in die Ermittlungen eingebunden, um die Sicherheit in der Region zu gewährleisten. Die verstärkte Präsenz der Einsatzkräfte soll nicht nur potenzielle Straftäter abschrecken, sondern auch das Vertrauen der Bürger in die Polizei stärken. Zudem wird erwartet, dass durch die Zusammenarbeit mit anderen Behörden auch weitere relevante Informationen zu den laufenden Untersuchungen gewonnen werden können.

Der Club weist den Vorwurf zurück, in den eigenen Räumlichkeiten Betäubungsmittelhandel zu dulden. Geschäftsführer Sebastian Demmer erklärte, weder er noch der Club hätten etwas mit Konsum, Besitz oder Weitergabe illegaler Drogen zu tun.

Als besonders problematisch schildert der Betreiber den Umgang mit Gästen und Mitarbeitenden. Mehrere Personen hätten sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt über längere Zeit im Freien aufhalten müssen. Zudem berichtet der Club von schmerzhaften Zwangsmaßnahmen, entwürdigenden Leibesvisitationen bis auf die Unterwäsche sowie dem Fehlen psychologischer Betreuung. Trotz angebotener Kooperation seien zahlreiche Räume gewaltsam geöffnet worden, wodurch erheblicher Sachschaden entstanden sei.

Kritisiert wird zudem, dass auch Stockwerke und Räume von Privatpersonen und Vereinen durchsucht worden seien, die nach Angaben des Clubs nicht vom Durchsuchungsbeschluss erfasst gewesen seien.

Der Betreiber widerspricht außerdem der Darstellung der Polizei zu Festnahmen und Beweismitteln. Demnach handele es sich bei den festgenommenen Personen nicht um Mitarbeitende, und in den Clubräumen seien keine Betäubungsmittel sichergestellt worden. Bei den beschlagnahmten Datenträgern handle es sich unter anderem um Kassensysteme, Kartenzahlungsgeräte sowie private Mobiltelefone von Mitarbeitenden.

Neben psychischen Belastungen beklagt der City Club auch erhebliche wirtschaftliche Folgen. Durch den Abbruch des Abends sei es zu Umsatzausfällen gekommen, zudem habe das Café am Folgetag geschlossen bleiben müssen.

Gleichzeitig hebt das Kollektiv die große Solidarität hervor. Während des Einsatzes habe es eine friedliche Kundgebung gegeben, zudem sei kurzfristig ein Crowdfunding zur Unterstützung des Clubs gestartet worden.

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