Seit Oktober 2025 führt das Kommissariat 43 des Kriminalfachdezernats 4 in Nürnberg umfangreiche Ermittlungen gegen eine Gruppe von Tatverdächtigen. Diese stehen im Verdacht, auf unrechtmäßige Weise Deutsch- und Einbürgerungstests für Personen absolviert zu haben, die dies selbst nicht konnten. Die Ermittler konnten inzwischen mehrere Fälle aufdecken und Tatverdächtige festnehmen.
Gefälschte Sprachzertifikate: Neue Betrugsmasche aufgedeckt
Ermittlungen wegen gefälschter Sprachzertifikate sind nicht neu, jedoch stießen die Beamten im Oktober 2025 auf eine neue Betrugsmasche. Dabei handelt es sich um eine Vorgehensweise, bei der kein Zertifikat gefälscht wird. Anstelle dessen schicken sogenannte Vermittler Personen, „Stellvertreter“, die die Prüfungen für die eigentlichen „Kunden“ ablegen. Diese Vorgehensweise erlaubt es, dass die Kunden ein echtes Zertifikat erhalten, das sie für Aufenthaltsgenehmigungen oder Einbürgerungen verwenden.
Vermittler agieren bundesweit
Ein 39-jähriger Iraker, der in Nürnberg aktiv war, rekrutierte nach intensiven Ermittlungen „Stellvertreter“ hauptsächlich aus Nordrhein-Westfalen. Durch verdeckte Maßnahmen wurde im Januar 2026 ein 22-jähriger Deutscher während einer Prüfung festgenommen. Bei den Durchsuchungen in Nürnberg und Hamm wurden zahlreiche gefälschte Dokumente, Bargeld und sogar Betäubungsmittel sichergestellt. Beide Verdächtigen befinden sich auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth in Untersuchungshaft.
Bundesweite Ermittlungen laufen weiter
Im Dezember 2025 deckte eine weitere Dienststelle auf, dass etwa 20 stellvertretende Prüflinge aus Nordrhein-Westfalen gerade Sprachtests ablegen wollten. Im Prüfungsraum erwischten die Beamten zehn Personen, die unter falschen Personalien die Prüfungen durchführten. Die laufenden Ermittlungen, die auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet wurden, lassen eine hohe zweistellige Anzahl weiterer Fälle vermuten, basierend auf Beweismaterialien, die bei den Durchsuchungen sichergestellt wurden.


