Auch im sechsten Duell dieser Saison blieb den Angels Nördlingen ein Erfolgserlebnis gegen den Rivalen aus Marburg verwehrt. In einer hart umkämpften und lange Zeit offenen Begegnung verhinderten vor allem zu viele Ballverluste einen möglichen – und durchaus verdienten – Auswärtssieg. Am Ende setzte sich Marburg knapp mit 63:59 durch.
Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar umrissen: Im Saisonendspurt zählt jeder Erfolg im Kampf um Rang acht – und damit um das letzte Playoff-Ticket. Da der direkte Konkurrent Herne parallel gegen den MBC unterlag, bot sich für Nördlingen bei den Dolphins aus Marburg eine vielversprechende Gelegenheit, Boden gutzumachen. Fünf Niederlagen hatten die Rieserinnen in dieser Spielzeit bereits gegen die Hessinnen hinnehmen müssen – Motivation war also reichlich vorhanden.
Starker Beginn, dann kippt das Momentum
Die Angels starteten konzentriert und mit hoher Intensität. Früh setzten sie Marburg unter Druck und erspielten sich eine Führung, die mit etwas mehr Konsequenz im Abschluss sogar höher hätte ausfallen können als die zwischenzeitlichen sieben Punkte Vorsprung.
Doch die Gastgeberinnen arbeiteten sich zurück in die Partie, stoppten einen 4:11-Lauf und drehten in einem typischen „Spiel der Läufe“ das Momentum wieder zu ihren Gunsten.
Defensivduell mit Vorteilen für Ashby
Beide Teams agierten defensiv diszipliniert, das Geschehen wurde vor allem von den Guards geprägt. Nördlingen verteidigte aggressiv in der Mann-Mann-Deckung und erschwerte den Hessinnen die Abschlüsse. Marburg hingegen zog sich weit in die Zone zurück und machte die Räume unter dem Korb konsequent dicht.
Davon profitierte insbesondere Sam Ashby, die immer wieder Lücken fand und erfolgreich abschloss. Mit zwölf Punkten war sie zur Pause beste Werferin der Partie. Der Sechs-Punkte-Vorsprung für Nördlingen zur Halbzeit entsprach dem Spielverlauf – Sicherheit bot er jedoch keineswegs.
Fehlerquote wird zum Knackpunkt
Im dritten Viertel überzeugten die Angels zunächst mit disziplinierter Verteidigung und kamen lange ohne Foul aus. Zählbare Vorteile ergaben sich daraus allerdings kaum. Marburg verkürzte Schritt für Schritt und ging kurz vor Ende des Abschnitts erstmals in Führung.
Aus der Distanz fehlte Nördlingen nun die nötige Treffsicherheit, gleichzeitig versperrten Heide und Fertig mit starker Defensivarbeit zunehmend die Wege zum Korb. Riskante Anspiele in die dicht besetzte Zone waren die Folge – und die Zahl der Ballverluste stieg weiter an.
Crunchtime entscheidet zugunsten der Hessinnen
Mit einem knappen Rückstand starteten die Angels in den Schlussabschnitt. Trotz schwindender Kräfte blieb das dezimierte Team aus dem Ries dran. Sam Ashby unterlief zwar der ein oder andere milde Schrittfehler, während Marburgs Raimundo vor den Augen des Schiedsrichters ungestraft den Ball über das halbe Halbfeld trug und ihre Farben damit in der entscheidenden Phase drei Punkte geschenkt bekamen.
Nördlingen kämpfte sich in den letzten Sekunden noch einmal heran, doch letztlich entschieden jener Dreier in der Crunchtime sowie die insgesamt schwächere Turnover-Bilanz die Partie. Mit 63:59 jubelten erneut die Hessinnen.
Alles offen – aber nächste Mammutaufgabe wartet
Trotz der erneuten Niederlage bleibt im Rennen um die Playoffs weiterhin alles möglich, da auch Herne leer ausging. Beim kommenden Heimspiel wartet allerdings mit den Rutronik Stars Keltern, dem amtierenden Deutschen Meister, die nächste große Herausforderung.


