Das Kleine Haus, zweite Spielstätte für das Staatstheater Augsburg, bekommt ein neues Gesicht. In einer gemeinsamen Medienkonferenz haben Stadt und Architekturbüro HENN die überarbeiteten Pläne für den Neubau an der Volkartstraße vorgestellt. Der Entwurf bringt nicht nur ein optisches Update, sondern setzt ein starkes Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit, Funktionalität und kultureller Offenheit.
Nachhaltige Materialien und visionäre Fassade
Die auffälligste Neuerung betrifft die Fassade: Diese soll künftig aus halbdurchsichtigem Glas bestehen, das zur Gebäudespitze hin immer durchlässiger wird. Besonders dabei ist der Einsatz von recyceltem Glas aus der Region Augsburg. So entsteht ein ressourcenschonendes Bauwerk mit symbolischer Strahlkraft.
„Ein Kulturgebäude, das dem europäischen Anspruch der Metropole Augsburg gerecht wird“, betont Stefan Sinning, Managing Director beim verantwortlichen Architekturbüro HENN. Er beschreibt das Kleine Haus als modernes Gebäude, das sich zugleich harmonisch in die historische Umgebung einfügt.
Ein Ort für alle: Offen, inklusiv und lebendig
Der Neubau will mehr als nur Theater sein. Er soll ein sogenannter „Dritter Ort“ werden – ein Raum für Austausch, Begegnung und gesellschaftlichen Dialog. Die transluzente Glasfassade macht das Geschehen im Inneren sichtbar und damit zugänglich.
Im Erdgeschoss erwartet die Besucherinnen und Besucher künftig ein lichtdurchflutetes, großzügiges Foyer mit einer Bar zur Fuggerstraße hin. Das offene Treppenhaus und barrierefreie Zugänge schaffen klare Orientierung und ermöglichen uneingeschränkte Teilhabe.
Glanzvoller Sommerabend mit dem Staatstheater Augsburg – „Evita“ auf der Freilichtbühne Augsburg
„Das neu gestaltete Kleine Haus ist ein faszinierendes Ausrufezeichen im Theaterquartier“, sagt André Bücker, Intendant des Staatstheaters Augsburg. „Der einzigartige sechseckige Multifunktionssaal im Inneren bietet für alle Kunstformen des Staatstheaters sowie für verschiedenste Veranstaltungen eine perfekte Bühne. Die Vorfreude am Staatstheater ist riesengroß!“
Architektonische Eigenständigkeit mit Bezug zum Großen Haus
Der neue Baukörper mit seinem dreieckigen Grundriss bleibt in seiner Grundform bestehen. Die Glasfassade, die sich wie ein Vorhang schwingt, setzt sich klar vom Großen Haus ab, greift aber gestalterisch Elemente der historischen Steinfassade auf. So entsteht sowohl Eigenständigkeit als auch ein gestalterischer Dialog zwischen den beiden Spielstätten.
Baureferent Steffen Kercher zeigt sich zufrieden mit dem überarbeiteten Entwurf:
„Mit der Neuorganisation des Projekts und dem Wechsel des Architekten hat sich die Chance auf einen echten Neustart eröffnet. Mit frischem Blick auf Funktionalität, Gestaltung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit hat das neue Team des Architekturbüros HENN entscheidende Optimierungen vorgenommen.“
Ein Theater für alle – das Versprechen der Bürgerbeteiligung
Kulturreferent Jürgen K. Enninger hebt die gesellschaftspolitische Dimension des Projekts hervor: „Das Versprechen aus der Bürgerbeteiligung wird eingelöst. Hier entsteht ein Bau, der für eine demokratische Theaterauffassung steht. Dieser neue Ort – hochmodern und ikonisch – steht in einer Reihe mit bestehenden kulturhistorischen Orten in Augsburg. Die europäische Vision eines Theaters für alle wird Wirklichkeit!“
Nächste Schritte und Zeitplan
Der optimierte Entwurf ist bereits Bestandteil des Vertrags zwischen der Stadt Augsburg und dem Architekturbüro HENN. Der vorgegebene Kostenrahmen wird laut Stadt eingehalten. Detaillierte Zahlen zur Kostenplanung sollen im Herbst vorgestellt werden. Auch die Förderfähigkeit nach dem Bayerischen Finanzausgleichsgesetz (BayFAG) ist gewährleistet.
Die Bauarbeiten laufen weiter: Die Kellergeschosse des Kleinen Hauses sind bereits fertiggestellt. Bis Mitte 2030 soll das Gebäude vollständig realisiert sein – als neue kulturelle Landmarke im Herzen Augsburgs.


