Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zog am Sonntag am Ende einer länderübergreifenden Großübung der Spezialeinheiten von Polizei und Zoll eine positive Bilanz. Herrmann kam zu dem Schluss, dass die Einsatzkräfte für verschiedene Gefahren- und Bedrohungslagen gut gerüstet sind. Er hatte sich persönlich vor Ort ein Bild von der Großübung gemacht. „Unsere Einsatzkonzepte haben erfolgreich ineinandergegriffen. Wir werden die Erfahrungen detailliert nachbereiten, um für Ernstfälle bestmöglich vorbereitet zu sein.“ Der Innenminister dankte allen an der Übung Beteiligten „für das großartige Engagement zum Wohle der Sicherheit von uns allen“.

Die Großübung fand unter der Federführung des Polizeipräsidiums Mittelfranken am 16. und 17. März 2024 in Liegenschaften der Polizei und Bundeswehr in Amberg, Nürnberg, Roth und Sulzbach-Rosenberg statt. Über 2.000 Personen, einschließlich Spezialeinheiten der Polizei aus allen Bundesländern, dem Bund, Österreich und dem Zoll sowie Unterstützungskräfte von Bundeswehr, Rettungsdienst, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren in den Einsatz involviert. Auch die Notaufnahmen des Klinikums Nürnberg und des Universitätsklinikums Erlangen waren beteiligt. Herrmann äußerte, dass die Übung ein breites Spektrum an terroristischen Bedrohungen und Anschlagsszenarien abdeckte.

Für den bayerischen Innenminister steht fest: „Wir werden die Spezialeinheiten der Bayerischen Polizei in den kommenden Jahren weiter verstärken!“ Neben einer aufwendigen und anspruchsvollen Aus- und Fortbildung ist nach Herrmanns Worten eine hervorragende Ausstattung sehr wichtig. Dazu gehören unter anderem hochmoderne Spezialfahrzeuge. „Eine große Investition waren 2020 unsere zwei sondergeschützten Offensivfahrzeuge vom Typ ‚ENOK 6.2‘ für besonders gefährliche Einsätze“, erläuterte Herrmann. Ein ENOK sei auch bei dieser Übung vor Ort gewesen. Herrmann weiter: „Dank der wirksamen Panzerung sind unsere Spezialeinheiten mit dem ENOK gut geschützt, vor allem bei Terror- oder Amoklagen.“ Zudem können damit auch Personen aus Gefahrenzonen gerettet werden. Außerdem verfügen die ENOK über eine spezielle Bewaffnung, um gegen gefährliche Täter vorgehen zu können. „Die rund 2,4 Millionen Euro für beide Fahrzeuge sind hervorragend investiert“, befand Herrmann.

Herrmann betont, dass die Investition von rund 145 Millionen Euro in acht neue Polizeihubschrauber vom Typ H145 D3 in der modernsten Fünfblattversion eine hervorragende Entscheidung ist. Die Lieferung der ersten Maschine mit kompletter Polizeiausstattung ist für Mitte 2024 geplant. Bis Mitte 2025 werden alle acht neuen Hubschrauber zur Verfügung stehen. „Unsere neuen Polizeihubschrauber können mit bis zu acht Personen doppelt so viele als bisher transportieren, beispielsweise Einsatzkräfte des Spezialeinsatzkommandos oder auch Verletzte“, verdeutlichte Herrmann. „Neben einer doppelt so hohen Zuladungsmöglichkeit ist eine größere Flugreichweite möglich.“



