Mit einem 85:78 Auswärtserfolg gegen Mincidelice JL Bourg en Bresse belohnt sich ratiopharm ulm für eine engagierte und geschlossene Mannschaftsleistung.

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Zu Beginn waren es vor allem die Franzosen, die von der Dreierlinie effizient agierten, verwandelten demnach fünf der ersten sieben Dreierversuche (71,4%). Mit fortlaufender Spieldauer wendete sich allerdings das Blatt. Während Bourg en Bresse abkühlte, drehten die Ulmer vor allem im zweiten Viertel jenseits der Dreierlinie auf (7/12 – 58,3%). Dieses dominierte das Team von Anton Gavel sowohl offensiv als auch defensiv, ließ insgesamt nur elf Punkte zu und beendete die erste Hälfte mit einem 19:1 Lauf. Dementsprechend ging es mit einer 19 Punkteführung in die Kabine (35:54, HZ). Nach der Pause brachte der Gastgeber mehr Physis und Gegenwehr auf das Parkett, kam dadurch offensiv oftmals zu zweite Chancen (14 OR). Auch in der Defensive war es eine aggressive und körperliche Gangart, mit der die Uuulmer im dritten Spielabschnitt einige Probleme hatten. Angeführt von dem Trio Karim Jallow (16), Juan Nunez (15) und Josh Hawley (15) gewann man den Schlussabschnitt mit 20:19 und gab somit die Führung nicht mehr aus den Händen. Das Dreierduell entschieden die Ulmer am Ende auch für sich, trafen 42,9% von außen und erspielten sich immer wieder offene Würfe (20 AS). Neben dem Trio punktete das brasilianische Duo Caboclo (16) und Yago (12) ebenfalls zweistellig.

In den ersten Minuten bestimmte allen voran Ulmer Topscorer Bruno Caboclo offensiv das Geschehen. Der Brasilianer war für sieben der ersten neun Ulmer Punkte zuständig, dominierte wie gewohnt unter den Brettern und verwandelte alle seiner drei Abschlüsse  (11:9, 5.). Den ersten Dreier für die Uuulmer markierte dann Karim Jallow, der nach Zuspiel von Tommy Klepeisz per Catch-and-Shoot erfolgreich war (11:12). Für das Highlight sorgte dann mal wieder Topathlet Josh Hawley, sprang bis in die dritte Etage und stopfte das Alley-oop Anspiel von Nunez einhändig in den Ring. In dieser Phase verteidigten die Ulmer hochkonzentriert, erzwangen Ballverluste (3 St) und gaben Bresse keine einfachen Würfe. Daraus resultierten immer wieder schnelle Umschaltgelegenheiten – so wie Yago, der nach Ballgewinn aus vollem Lauf abstoppte, den Dreier versenkte und einen 9:0 Lauf vollendete (16:23, 8.).
Bourg en Bresse zeigte sich von Beginn an effizient von außen, nutzte den Platz gnadenlos aus (5/7 – 71, %). Darauf hatte Hawley allerdings die passende Antwort und traf ebenfalls von der Dreipunktelinie (30:30, 12.). Wieder bestrafte Hawley das nicht konsequente Closeout von Bresse, versenkte demnach den zweiten Dreier in Folge. Danach dribbelte Karim Jallow Coast-to-Coast, schloss dann erfolgreich in Korbnähe ab (34:37, 15.). Nach einem schönen Spielzug passte Yago den Ball raus zum freistehenden Nunez, der dann von außen nicht lang fackelte und damit auf die höchste Führung des Spiels stellte (35:45, 18.). Mit einer griffigen Defensive, schnellen Hände und dem notwendigen Engagement hielten die Ulmer die Hausherren bei elf Punkten. In der Offensive kam man aufgrund schöner Ballzirkulation häufig zu freien Abschlüssen, lief besonders aus dem Dreierbereich heiß (7/12). Jallow verwandelte mit ablaufender Uhr trotz Foul am Korb, beendete mit einem 15:0 Lauf das zweite Viertel (35:54, HZ.).

Der Start in die zweite Halbzeit lief dann für die Ulmer etwas holprig. Nach einem schnellen 6:0 Lauf der Hausherren nahm Anton Gavel unmittelbar nach Wiederbeginn eine Auszeit. Direkt danach läutete Jallow punktetechnisch das Viertel für die Ulmer ein, im nächsten Angriff zog Yago unnachahmlich und flink zum Korb, erzielte mit einem „Floater“ die nächsten Ulmer Zähler (43:58, 23.). Bourg en Bresse kam dann aber verändert aus der Kabine, fand offensiv den eigen Rhythmus und verkürzte den Rückstand demnach auf neun Punkte. Dann verschafften sich die Uuulmer in Person von Karim Jallow (16 Pkt) etwas Luft, stellten wieder eine zweistellige Führung her (49:61, 26.). Youngstar Nunez trumpfte dann auf, übernahm die Spielkontrolle und zeigte seine Qualitäten – erst einen wunderschönen Unterhand-Korbleger, darauf folgte das schöne Lob-Anspiel auf den einlaufenden Caboclo (52:65, 28.). Die Franzosen starteten zum Ende nochmals einen 7:0 Lauf, kamen somit auf sechs Punkte ran (59:65, 30.). Das Schlussviertel eröffnete der starkaufspielende Nunez, der mit einem schnellen Antritt am Gegenspieler vorbeizog und per Layup abschloss. Auf einen weiteren Dreier der Franzosen, hatte Caboclo, der aufgrund von Foulproblemen wenig Spielzeit sah, die richtige Antwort parat – bestraf das Absinken des Gegenspielers eiskalt und versenkte in dieser Phase einen wichtigen Wurf von außen (62:70, 33.). Wieder war es Nunez der die französische Abwehr vor Problemen stellte: mit einem erfolgreichen And-One Spielzug erhöhte er die Führung wieder auf elf Punkte (62:73). In zwei aufeinanderfolgenden Defensivsequenzen klauten die Ulmer jeweils den Ball, erst Nunez und dann Hawley, der seinen Ballgewinn im Fastbreak in einfache Punkte ummünzte. Der junge Spanier setzte dann noch einen drauf – diesmal traf er einen wilden Dreier vom Parkplatz mit Foulpfiff und machte damit den Deckel drauf (70:80, 38.). Am Ende nahmen die Ulmer viel Zeit von der Uhr und schaukelten den Vorsprung nach Hause. Auswärtssieg!! 

Die Rolle des Topscorers verteilte sich auf mehrere Ulmer Schultern: Karim Jallow überzeugte mit unermüdlichem Einsatz, gab keinen Ball verloren und war somit ein wichtiger Faktor für den Sieg. Am Ende stehen bei ihm 16 Punkte, 7 Rebounds (3 OR) und 2 Steals auf dem Konto. Auch Josh Hawley überzeugte offensiv und defensiv – er beendete die Partie mit 15 Punkten (3-Pkt. 2/2), 6 Rebounds und bärenstarke 5 Steals. Spielmacher Juan Nunez riss die Spielkontrolle an sich, suchte immer wieder den Weg zum Korb, hatte dann entweder das Auge für den Mitspieler oder schloss selbst ab. Er legte ebenfalls 15 Punkte auf, 5 Assists und traf beide seiner Würfe von außen (2/2). Aber auch Bruno Caboclo steuerte 16 Punkte bei. Besonders in der Anfangsphase war er ein absoluter Aktivposten und suchte seine Abschlüsse unter dem Korb. Landsmann Yago kam auf 12 Punkte, legte zusätzlich 5 Assists auf.

Head Coach Anton Gavel: „Wir haben in der Halbzeitpause angesprochen, dass es eine schwierige zweite Hälfte wird, da Bourg en Bresse aggressiver aus der Kabine kommen wird. Im dritten Spielabschnitt haben wir den Ball nicht bewegt, somit kamen sie wieder zurück in die Partie. Wir sind glücklich darüber, dass wir der Druckphase standhielten und im letzten Viertel sowohl offensiv als auch defensiv bessere Entscheidungen getroffen haben. Besonders ohne Bruno Caboclo war es dann keine leichte Aufgabe, aber einige Spieler von uns sprangen ein und übernahmen in dieser Phase viel Verantwortung – das war sehr wichtig für uns. Ein Auswärtssieg ist immer schön und jetzt gilt der Blick auf das letzte Gruppenspiel.“