München, April 2026 – Das Bayerisches Landeskriminalamt (BLKA) hat eine eindringliche Warnmeldung veröffentlicht: Innerhalb von weniger als einem Monat kam es in Bayern zu mehreren schweren Zwischenfällen im Zusammenhang mit dem Konsum von manipulierten Vapes. In den Regionen Oberbayern und Oberpfalz wurden zwei Todesfälle sowie zwei schwere Vergiftungen registriert – eine davon mit lebensbedrohlichen Folgen.
Nach bisherigen Ermittlungen standen alle Fälle im Zusammenhang mit sogenannten E-Zigaretten oder Vaporizern, die mit hochpotenten synthetischen Opioiden versetzt waren. Im Fokus steht dabei insbesondere die Substanz Etodezitramid. Die Betroffenen hatten diese Chemikalie gemeinsam mit anderen psychoaktiven Stoffen konsumiert. In einem Fall musste ein Konsument sogar reanimiert werden.
Hochgefährliche „Forschungschemikalien“
Bei Etodezitramid handelt es sich um ein synthetisches Opioid aus der Gruppe der sogenannten Orphine. Diese gelten als mögliche Nachfolger der bereits bekannten Nitazene und tauchen zunehmend auf dem Markt für neue psychoaktive Substanzen auf. Häufig werden sie – oftmals aus China stammend – als vermeintliche „Forschungschemikalien“ deklariert und über Online-Plattformen vertrieben.
Die Gefährlichkeit dieser Stoffe liegt vor allem in ihrer extrem hohen Potenz, die mit bekannten Substanzen wie Fentanyl vergleichbar ist. Bereits kleinste Mengen können schwerwiegende gesundheitliche Folgen verursachen.
Lebensgefahr durch Mischkonsum
Besonders kritisch ist laut BLKA der gleichzeitige Konsum mit anderen dämpfenden Substanzen wie Benzodiazepinen, Alkohol oder GBL. Die Wechselwirkungen sind kaum vorhersehbar und erhöhen das Risiko einer Atemdepression erheblich – eine der häufigsten Todesursachen bei Opioid-Überdosierungen.
Klare Warnung der Behörden
Das Bayerische Landeskriminalamt warnt daher mit Nachdruck vor dem Konsum solcher Substanzen, insbesondere in Verbindung mit Vapes. Da bislang keine verlässlichen Erkenntnisse über Dosierung und Wirkungsweise vorliegen, besteht ein unkalkulierbares Risiko. Schon geringfügige Überdosierungen können tödlich enden.
Die Behörden appellieren eindringlich an die Bevölkerung, auf den Konsum vermeintlich harmloser oder legaler Substanzen zu verzichten und insbesondere bei unbekannten Inhaltsstoffen äußerste Vorsicht walten zu lassen.




