Die Zahl der Zuweisungen von Geflüchteten ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Das Landratsamt Neu-Ulm hat deshalb entschieden, keine langfristige Unterkunft im ehemaligen Gründerzentrum in Illertissen anzumieten.
Nach einer ausführlichen Prüfung, die insbesondere die Wirtschaftlichkeit beleuchtete, wurde festgestellt, dass größere Unterkünfte mit bis zu 100 Plätzen derzeit nicht benötigt werden. Diese Einschätzung teilt auch die Regierung von Schwaben.
Rückgang der Flüchtlingszahlen
Im Jahr 2024 wurden dem Landkreis Neu-Ulm lediglich 68 Asylbewerber neu zugewiesen. Zum Vergleich: 2023 waren es noch 468 Personen. Auch die Zahl der geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer, die im Landkreis untergebracht sind, hat sich stabilisiert. Ende 2024 waren 1.197 Personen unter der Obhut des Landratsamtes, während es ein Jahr zuvor noch 1.005 waren.
Aktuell befinden sich insgesamt 757 Personen in den Asylbewerberunterkünften des Landkreises. Hinzu kommen 1.016 Geflüchtete aus der Ukraine, die in landkreisweit betreuten Unterkünften untergebracht sind. Dabei sind Menschen, die in Gemeinschaftsunterkünften der Regierung von Schwaben, der ANKER-Außenstelle oder privat wohnen, nicht eingerechnet.
Freigabe der Berufsschul-Turnhalle
In der Turnhalle der Berufsschule in Neu-Ulm, die derzeit noch 79 Geflüchtete beherbergt, wird eine Rückführung zum Schul- und Sportbetrieb angestrebt. Ein genauer Zeitpunkt wird aktuell geprüft.
Dynamische Lage und Bedarf an Wohnraum
Die globale Flüchtlingssituation bleibt dynamisch, weshalb keine verlässlichen Prognosen über zukünftige Zuweisungszahlen getroffen werden können. Das Landratsamt Neu-Ulm steht in engem Austausch mit übergeordneten Behörden, um flexibel auf mögliche Entwicklungen reagieren zu können.
Trotz des Rückgangs an Zuweisungen bleibt der Bedarf an Wohnungen und kleineren Unterkünften bestehen. Bürgerinnen und Bürger, die passenden Wohnraum vermieten möchten, sind weiterhin aufgerufen, sich an das Landratsamt zu wenden.


