Am vergangenen Freitag trafen sich auf Einladung von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Bundesinnenministerin Nancy Faeser in München Vertreter der Innen- und Sportministerien sowie der DFB und der DFL, um über die Sicherheit bei Fußballspielen in Deutschland zu diskutieren. Ziel des Treffens war es, Lösungen zu finden, um das hohe Sicherheitsniveau in den Stadien bei gleichzeitiger Reduzierung von Polizeieinsatzstunden zu bewahren.
Aktuelle Sicherheitslage in den Stadien
Laut der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) haben in der Saison 2022/23 insgesamt 26,48 Millionen Zuschauer Spiele der Bundesliga und anderer Profi-Wettbewerbe besucht. Trotz dieser hohen Zahl lag die Verletzungsrate bei nur 0,005 Prozent. Zudem gaben 96 Prozent der Stadionbesucher in einer repräsentativen Umfrage an, sich sicher zu fühlen.
Handlungsbedarf erkannt
Trotz der positiven Sicherheitslage betonten sowohl der DFB als auch die DFL die Notwendigkeit, Maßnahmen für Risikospiele weiter zu verstärken. In diesem Zusammenhang wurde die Erweiterung der Stadionallianzen und die Gründung einer Expertenkommission zur Stadionsicherheit beschlossen, die sich aus Vertretern der Polizei, Fanorganisationen und weiteren Akteuren zusammensetzt.
Prävention statt Kollektivstrafen
Ein zentrales Anliegen des Treffens war die Vermeidung von Kollektivstrafen. Stattdessen sollen individuelle Störer stärker in den Fokus rücken. Geprüft wird die Schaffung einer unabhängigen Stadionverbotskommission, um Stadionverbote zentral zu organisieren.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hob die Bedeutung der Prävention hervor und betonte die Wichtigkeit einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. Auch DFL-Sprecher Hans-Joachim Watzke lobte den konstruktiven Austausch und unterstrich die Investitionen der Clubs in Fanarbeit und Sicherheitsmanagement.
Polizeigewerkschaft begrüßt Beschlüsse
Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßte die Ergebnisse des Treffens, insbesondere die zentral organisierten Stadionverbote und das konsequente Vorgehen gegen Pyrotechnik. DPolG-Chef Rainer Wendt sprach sich zudem erneut für die Einführung von Sicherheitsgebühren bei Hochrisikospielen aus.
Mit diesen neuen Maßnahmen und der Fortsetzung des Dialogs soll die Stadionsicherheit in Deutschland auch in Zukunft gewährleistet bleiben.

