Angst vor der Einschulung: Wie Eltern ihre Kinder unterstützen können

Die Einschulung ist ein großer Schritt, der für viele Kinder mit Vorfreude verbunden ist, der aber auch Ängste auslösen kann. Eltern können ihre Kinder beim Übergang in die Schulzeit und beim Umgang mit Schulangst begleiten. „Oft ist hilfreich und spannend, sich zunächst an die Gefühle und Erwartungen rund um den eigenen Schulstart zu erinnern“, so Dr. Tobias Engelschalk von der KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Augsburg. „Diese Erinnerungen zu teilen kann ein guter Einstieg sein, mit dem Kind über dessen Sorgen und Erwartungen ins Gespräch zu kommen.“

Ängste verstehen und begleiten
Wenn Kinder Angst haben, wollen sie darüber reden können, ohne dass die Angst bewertet wird. Eltern sollten Ängste ernst nehmen, sie nicht kleinreden, aber auch nicht dramatisieren. Sie sollten zuhören, Verständnis zeigen und die klare Haltung vermitteln: Ich traue dir zu, dass du das schaffst.

Eltern können ihren Kindern die Angst bildlich erklären: Angst ist wie ein Wachhund oder die Wache in einer Ritterburg. Sie schlägt Alarm, wenn etwas ungewöhnlich, neu oder gefährlich ist. Eltern können ihren Kindern vermitteln, dass ihre Angst ‚bellt/warnt‘, weil sie auf etwas aufmerksam machen will. Das Kind selbst ist der König bzw. die Königin, die nach der Warnung dann entscheidet, ob wirklich eine Gefahr besteht. Statt die Angst zu bekämpfen, darf man sie wahrnehmen, ihr danken und dann prüfen, ob die Gefahr wirklich so groß ist – dafür brauchen Kinder die Unterstützung der Eltern.

Vorbereitung auf die Einschulung
Die Schule ist anders als der Kindergarten. Das kann Kindern Angst machen. Sie brauchen die Gelegenheit, sich mit dem „Anders“ vertraut zu machen. Dafür gibt es einfache Übungen, die Eltern schon vor der Einschulung zur Vorbereitung nutzen können:

  • Schule kennenlernen: Spielen Sie zu Hause „Schule“ oder üben Sie schulische Abläufe, etwa das Melden und Warten oder längeres Sitzen und ruhiges Zuhören.
  • Schulweg und Schulhof erkunden: Üben Sie gemeinsam den Weg zur Schule, bis er vertraut ist. Wenn es erlaubt ist, verbringen Sie Zeit auf dem Pausenhof.
  • Selbstständigkeit fördern: Ein Eis alleine kaufen oder mal etwas im Supermarkt suchen – kleine Übungen machen Kindern Mut und stärken ihre Selbstständigkeit.
  • Abschied üben: Wie leicht fällt es Ihrem Kind, sich morgens in der Kita zu verabschieden? Der Abschied an der Tür kann auch für die Schule trainiert werden.
  • Realistische Erwartungen setzen: Geben Sie Ihrem Kind eine realistische Einschätzung und beschönigen bzw. dramatisieren Sie die Schulzeit nicht. Sätze wie „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ oder „Du wirst so viel Spaß haben“ sind zu einseitig und wecken falsche Erwartungen. Sagen Sie lieber: „Du wirst viel lernen. Manches macht Spaß, manches ist anstrengend“.
  • Veränderungen ansprechen: Kinder machen beim Schulstart einen Rollentausch durch. Sie sind nicht mehr die „Großen“ der Kita, sondern die „Kleinen“ der Schule. Eltern können das offen ansprechen und Mut machen. Auch die neue Umgebung – laut, wild und unübersichtlich – lässt sich besser bewältigen, wenn das Kind darauf vorbereitet ist.

Unterstützung in Ihrer Nähe
Jedes Kind und jede Angst ist anders – aber betroffene Familien sind nicht allein. Die KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Augsburg unterstützt Eltern dabei, Kinder feinfühlig zu begleiten, Ängste zu besprechen und gemeinsam kleine Schritte zu gehen.

In Augsburg und an über 25 weiteren Orten in Schwaben, im Allgäu und im Bayerischen Oberland helfen die Erziehungs-, Jugend- und Familienberaterinnen und -berater der KJF Augsburg bei allen Fragen rund um Erziehung und Familienalltag unkompliziert und kostenfrei weiter. Sie unterliegen der Schweigepflicht.

KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Augsburg, Jesuitengasse 21, 86152 Augsburg, Telefon: 0821 4554100, E-Mail: eb.augsburg@kjf-kjh.de

Zusätzlich kann die anonyme Onlineberatung unter www.caritas.de/onlineberatung genutzt werden.

Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung der KJF Augsburg
Im Regierungsbezirk Schwaben bietet die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e. V. (KJF Augsburg) fast flächendeckend Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungen an. Auch im angrenzenden Bezirk Oberbayern sind die Beraterinnen und Berater im Landkreis Weilheim-Schongau präsent. Aktuell sind die Fachberaterinnen und -berater der KJF Augsburg jährlich mit rund 18.000 Personen im direkten Beratungskontakt.
Besondere Beratungen wie Schreibabyberatung oder „Kinder im Blick“-Kurse für Elternteile in Trennung gehören in zahlreichen Landkreisen zum Angebot – über klassische Erziehungsberatung hinaus. In fünf Landkreisen gibt es explizit eine Fachstelle gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen.

Alle Standorte und Ansprechpersonen der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung der KJF Augsburg finden Sie auf der Website der KJF Kinder- und Jugendhilfe.

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