Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, hat wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt davor gewarnt, die AfD zu wählen.
“Ich appelliere an die Mündigkeit der Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt, ihr Gewissen zu schärfen”, sagte er der FAZ. Migranten störten nicht, sagte Wilmer. Als Christen stehe man insbesondere für Nächstenliebe und die unverhandelbare Würde jedes Menschen, gerade auch der Schwächsten in der Gesellschaft.
Dazu gebe es “keine Alternative”, weder in Deutschland noch anderswo. Die AfD attackiere diese Grundwerte und hintergehe die demokratische Staatsform als solche. “Ihre Alternative für Deutschland ist eine Gesellschaft, in der Freiheit, Menschenwürde und Demokratie eingeschränkt werden”, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.
Weiter sagte Wilmer, viele Menschen, auch Christen, hätten das Gefühl, dass Politiker der etablierten Parteien ihre Sorgen nicht ernst nähmen. Gerade im ländlichen Raum fühlten sich viele abgehängt.
Auf die Frage, ob die katholische Kirche dann auch Mitschuld am Aufstieg der AfD trage, weil auch sie sich aus dem ländlichen Raum zurückziehe, antwortete Wilmer: “Als Kirche dürfen wir uns auf keinen Fall aus dem ländlichen Raum zurückziehen und tun das auch nicht.” Die Kirche brauche Zentren, Kreativität und müsse Antworten darauf finden, “wie wir damit umgehen, dass die Zahl der Gläubigen und der Priester geringer wird”.
Mit Blick auf den Streit mit dem Vatikan über die Segnung homosexueller Paare zeigte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz vorsichtig optimistisch. “Ich bin der festen Überzeugung, dass auch Rom den jeweils Verantwortlichen vertraut und ihnen zutraut, mit Blick auf die Situation vor Ort und auf die Weltkirche richtige Entscheidungen zu treffen”, sagte Wilmer.

