Wer sich zum ersten Mal mit Cannabis beschäftigt, sei es als Hobbygärtner, als interessierter Verbraucher oder einfach als neugieriger Mensch, stößt auf eine Vielzahl von Begriffen. Manche stammen aus der Botanik, manche aus der Züchtungspraxis, andere aus der Konsumkultur. Wir haben die wichtigsten Begriffe in ein Glossar gepackt, das von A bis Z durchläuft. Es ersetzt kein Fachbuch, aber es schafft eine schnelle Orientierung.
- A wie Autoflowering
- B wie Bud
- C wie Cannabinoide
- D wie Dornen
- E wie Ernte
- F wie Feminisiert
- G wie Genetik
- H wie Hanfsamen
- I wie Indica
- J wie Joint
- K wie Keimung
- L wie Landrasse
- M wie Mulchen
- N wie Nährstoffe
- O wie Outdoor
- P wie pH-Wert
- Q wie Qualität
- R wie Ruderalis
- S wie Sativa
- T wie Trichome
- U wie UV-Licht
- V wie Vaporizer
- W wie Wachstumsphase
- X wie Xenisch
- Y wie Yield
- Z wie Zucker
- Ein gesellschaftlicher Reifeschritt
A wie Autoflowering
Autoflowering Sorten blühen unabhängig von der Tageslänge. Sie wechseln nach etwa zwei bis vier Wochen Wachstum automatisch in die Blütephase, unabhängig davon, wie viele Stunden Licht sie bekommen. Das macht sie für Einsteiger attraktiv, weil der Anbau zeitlich planbarer ist.
B wie Bud
Bud ist die englische Bezeichnung für die weibliche Blüte. Sie enthält die meisten Cannabinoide und Terpene und ist das, was bei der Ernte geschnitten und getrocknet wird. Wenn von “dichten Buds” oder “harzigen Buds” die Rede ist, sind die ausgereiften Blütenstände gemeint.
C wie Cannabinoide
Cannabinoide sind die Wirkstoffe der Pflanze, die mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System interagieren. Die bekanntesten sind THC, das psychoaktive Cannabinoid, und CBD, das nicht psychoaktive Cannabinoid. Daneben gibt es CBG, CBN, THCV und über hundert weitere, die teilweise gerade erst wissenschaftlich erforscht werden.
D wie Dornen
Ein weniger bekannter Begriff aus der Botanik, gemeint sind die kleinen, harzigen Drüsenhaare an den Blüten. Genauer heißen sie Trichome und sind das eigentliche Wirkungszentrum der Pflanze.
E wie Ernte
Die Ernte erfolgt typischerweise im Spätsommer oder Frühherbst, je nach Sorte und Standort. Der richtige Zeitpunkt lässt sich an den Trichomen ablesen. Klare Trichome bedeuten zu früh, milchige Trichome bedeuten optimaler Punkt, bernsteinfarbene Trichome bedeuten reifer mit beruhigender Wirkung.
F wie Feminisiert
Feminisiert bedeutet, dass aus den Samen mit hoher Wahrscheinlichkeit, meist über 99 Prozent, weibliche Pflanzen wachsen. Da nur weibliche Pflanzen Blüten mit relevantem Wirkstoffgehalt ausbilden, sind Feminisierte Hanfsamen für die meisten Hobbygärtner die richtige Wahl, gerade unter den Bedingungen des erlaubten Eigenanbaus mit drei Pflanzen.
G wie Genetik
Die Genetik einer Sorte umfasst ihre Vererbungslinie. Eine Genetik wie “Skunk x Northern Lights” bedeutet, dass die Sorte aus einer Kreuzung dieser beiden Eltern entstanden ist. Genetiken können stabil oder instabil sein, was die Vorhersagbarkeit der Pflanzeneigenschaften bestimmt.
H wie Hanfsamen
Der allgemeine Begriff für die Samen der Cannabis-Pflanze. Wer im Handel Hanfsamen sucht, findet eine breite Auswahl, vom Speisehanfsamen ohne nennenswerten Wirkstoffgehalt bis zur spezialisierten Indoor-Sorte mit dokumentiertem Cannabinoid-Profil.
I wie Indica
Eine der Hauptlinien der Cannabis-Genetik, ursprünglich aus dem afghanisch-pakistanischen Raum. Indica-dominante Sorten sind oft kompakt im Wuchs, blühen schnell und haben tendenziell eine eher körperlich-beruhigende Wirkung.
J wie Joint
Im Sprachgebrauch ein gerollter Cannabis-Konsumartikel, oft mit Tabak gemischt. Für eine wirkstoffschonende Anwendung empfehlen Experten Vaporizer statt Joints, da bei der Verbrennung viele Wirkstoffe verloren gehen und schädliche Nebenprodukte entstehen.
K wie Keimung
Der Prozess, in dem aus einem Samen eine Pflanze wird. Die häufigste Methode ist die Papiertuch-Variante, bei der Samen zwischen feuchten Papiertüchern bei etwa 22 Grad Celsius keimen. Nach zwei bis sieben Tagen zeigt sich die erste Wurzelspitze.
L wie Landrasse
Eine Landrasse ist eine über Jahrhunderte an lokale Bedingungen angepasste Cannabis-Population, wie sie in den Ursprungsregionen Asiens, Afrikas oder Mittelamerikas vorkommt. Landrassen sind die genetischen Grundlagen, aus denen alle modernen Hybriden hervorgegangen sind.
M wie Mulchen
Das Auflegen einer Schicht aus organischem Material auf den Boden, um Feuchtigkeit zu speichern und Unkrautwuchs zu verringern. Stroh, Rasenschnitt oder Holzhäcksel sind gängige Mulchmaterialien.
N wie Nährstoffe
Cannabis braucht Stickstoff, Phosphor, Kalium und eine Reihe von Spurenelementen. In der Wachstumsphase dominiert der Stickstoffbedarf, in der Blütephase verschiebt sich der Bedarf zu mehr Phosphor und Kalium.
O wie Outdoor
Anbau im Freien, in einem Garten oder auf einem Balkon. Der Outdoor-Anbau ist in Deutschland seit April 2024 für Erwachsene mit bis zu drei Pflanzen erlaubt, allerdings müssen die Pflanzen vor dem Zugriff durch Minderjährige geschützt werden.
P wie pH-Wert
Der pH-Wert des Bodens oder der Nährlösung. Cannabis bevorzugt einen leicht sauren Bereich zwischen 6,0 und 7,0. Stark abweichende Werte führen zu Nährstoffaufnahme-Problemen.
Q wie Qualität
Ein zentraler Faktor bei der Wahl von Saatgut und Endprodukt. Qualität zeigt sich in Genetik, Keimrate, Verpackung, Service und Transparenz des Anbieters. Hochwertige Anbieter dokumentieren ihre Produkte detailliert.
R wie Ruderalis
Cannabis ruderalis ist eine in Sibirien und Osteuropa wild wachsende Variante. Sie ist klein im Wuchs, gering im Wirkstoffgehalt, aber sie hat die autoflowering Eigenschaft, die in moderne Sortenkreuzungen eingebracht wird.
S wie Sativa
Die zweite Hauptlinie der Cannabis-Genetik, ursprünglich aus tropischen und subtropischen Regionen. Sativa-dominante Sorten sind oft hoch im Wuchs, blühen langsamer und haben tendenziell eine eher aktivierende, kopfige Wirkung.
T wie Trichome
Die mikroskopisch kleinen Drüsenhaare an den Blüten und Tragblättern, in denen Cannabinoide und Terpene produziert und gespeichert werden. Eine Lupe mit zehn- bis vierzigfacher Vergrößerung ist hilfreich, um sie zu beurteilen.
U wie UV-Licht
Hanf reagiert auf das UV-Spektrum, insbesondere in der späten Blütephase. Einige Züchter berichten, dass UV-Anteil im Licht die Trichom-Produktion und damit die Wirkstoffkonzentration erhöht.
V wie Vaporizer
Ein Gerät, das pflanzliches Material auf eine Temperatur erhitzt, bei der die Wirkstoffe verdampfen, ohne dass eine Verbrennung stattfindet. Typische Temperaturen liegen zwischen 180 und 220 Grad Celsius.
W wie Wachstumsphase
Die Phase nach der Keimung, in der die Pflanze hauptsächlich Blattmasse und Stamm bildet. Sie dauert je nach Sorte und Anbauform zwischen zwei und sechs Wochen.
X wie Xenisch
Ein selten verwendeter Begriff aus der Pflanzenphysiologie, bezogen auf trockene Wuchsbedingungen. Cannabis ist erstaunlich trockenheitstolerant, sobald die Pfahlwurzel ausgebildet ist.
Y wie Yield
Das englische Wort für Ertrag, also die geerntete Blütenmenge pro Pflanze. Yields variieren je nach Sorte, Anbauform und Pflege zwischen etwa 30 Gramm bei autoflowering Kleinpflanzen und bis zu mehreren hundert Gramm bei großen Outdoor-Sativas.
Z wie Zucker
Im Kontext des Cannabis-Anbaus wird “Zucker” manchmal als Synonym für die Trichome verwendet, weil dichte Trichom-Bedeckungen wie eine Zuckerschicht auf den Blüten aussehen. Außerdem ist Zucker als Pflanzenstoff in der Form von Kohlenhydraten ein wichtiger Energieträger für die Pflanze.
Ein gesellschaftlicher Reifeschritt
Begriffe sind das Werkzeug, mit dem wir uns ein Thema erschließen. Wer die Sprache des Cannabis-Anbaus versteht, kann sich in Foren, in Sortenbeschreibungen und in Fachtexten besser orientieren. Dieses Lexikon ist als Einstieg gedacht, nicht als vollständiges Nachschlagewerk. Mit der Zeit kommen weitere Begriffe hinzu, die jeder Interessierte für sich entdeckt. Wer regelmäßig in dieses Feld eintaucht, baut sich nach und nach ein eigenes Glossar, das genau zu den eigenen Fragen passt.

