Die Augsburger Panther mussten gegen Nürnberg gewinnen und sie gewannen. Mit einem 4:3 n.P. beendete der AEV die eigene Pleitenserie und konnte die „rote Laterne“ wieder abgegeben werden.
Weil die Düsseldorfer EG am Donnerstag überraschend gegen Tabellenführer Ingolstadt gewonnen hatte, waren die Augsburger Panther auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. Im ersten Spiel des neuen Jahres ging es für den AEV darum mit einem Sieg über Nürnberg die „rote Laterne“ wieder abzugeben. Mit einer Serie von zuletzt sechs Niederlagen in Folge lastete aber weiterer Ballast auf den rot-grün-weißen Schultern.
Fehlerfestival zum Auftakt
Der Druck, dass die Panther etwas „reißen“ müssen, war dem Spiel anzumerken. Ein Fehler im Aufbauspiel reihte sich den nächsten. Die Icetigers konnten sich davon nicht positiv abheben. Trotz aller Bemühungen entwickelte sich ein Drittel auf niedrigstem Niveau. Die beste Gelegenheit der ersten zwanzig Minuten hatte der AEV durch Baptiste, der Neuzugang traf aber nur die Querlatte.
Emotionen und Tore
Spätestens nach einem Faustschlag von Nürnbergs McKenna gegen einen Zajac kurz vor der ersten Pause war allerdings reichlich Zündstoff in der Partie. Auch nach dem Seitenwechsel sollte es mit vielen Nickeligkeiten weitergehen, da nun aber auch endlich Tore fallen sollten war dies nach dem Geschmack der 6179 Zuschauern im erneut ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion. Moritz Elias konnte Augsburg in Führung bringen. Dem 1:1 durch Eham nur einen Wimpernschlag später war ein Foulspiel eines Nürnbergers vorausgegangen, der Treffer sollte dennoch zählen. Die Emotionen hatten dem Spiel insgesamt gutgetan, gerade die Hausherren gingen jetzt mit noch mehr Tatendrang zu Werke. Die Belohnung in Form der erneuten Führung erzielte Schemitsch per Bauerntrick (27.). Die Gäste dezimierten sich in der Folge durch einen Stockstich von Böttner gegen Schemtisch selbst, in der fälligen Überzahlsituation traf Baptiste für die Mannschaft von Trainer Larry Mitchell (36.).

Die Zwei-Tore-Führung hatte allerdings nur 33 Sekunden Bestand. AEV-Schlussmann Mann ließ die Scheibe durch die Beine rutschen, Maier schaltete schneller als Augsburgs Verteidigung und die Icetigers waren wieder im Spiel. Verdient war die Führung für die Panther zur zweiten Pause in jedem Fall, hätte aber durchaus komfortabler sein dürfen. Im letzten Abschnitt hieß es, um die wichtigen drei Punkte zu zittern.
Zusatzpunkt nach Zitterpartie
Trotz eines optischen Übergewichts der Gäste aus Franken sollte die Zitterpartie lange gut gehen, aber nicht bis zum Ende. Die letzten beiden Spielminuten waren gerade angebrochen, als McKenna für Nürnberg ausgleichen konnte. Icetigers-Coach O´Keefe hatte alles auf eine Karte gesetzt und seinen Torhüter schon vergleichsweise früh gezogen, er wurde dafür belohnt. Das 3:3 sollte bis zum Ende bestehen bleiben, da in der Verlängerung kein Team das Spiel für sich entscheiden konnte, musste der Sieger im Penaltyschießen ermittelt werden. Weil für Augsburg Baptiste, Collins und Trevelyan, für Nürnberg nur Kechter treffen konnte, blieb der Zusatzpunkt zwischen Lech und Wertach. Die Pleitenserie war damit beendet, der dringend benötigte Sieg eingefahren. Die „rote Laterne“ ist wieder am Rhein.
AEV: Mann, Keller – Köhler, Reul, van der Linde, Zajac, Renner, Schemitsch, McCourt– Volek, Collins, Busdeker, Louis, Trevelyan, Bast, M. Elias, Oblinger, F. Elias, Baptiste, Zengerle, Hakulinen
Tore: 1:0 M. Elias (Louis/McCourt) 22., 1:1 Eham 23., 2:1 Schemitsch (Volek/Collins) 27., 3:1 Baptiste (McCourt/Louis) 36., 3:2 Maier (Headrick/Barratt) 37., 3:3 McKenna 39., 4:3 Collins (Penalty)
Schiedsrichter: Frano, Janssen | Koziol , Brüggemann Strafzeiten: Augsburg 6 – Nürnberg 17 + 20 Böttner
Zuschauer: 6179 (ausverkauft)
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