Deutlicher Anstieg der Masern-Fälle in Bayern

Die Zahl der Masern-Infektionen in Bayern hat sich im vergangenen Jahr dramatisch erhöht. Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach wies am Sonntag auf die wachsende Bedeutung des Impfschutzes hin:

Masern-Infektionen fast siebenfach gestiegen

„Im vergangenen Jahr haben wir in Bayern 70 Masern-Infektionen registriert (Stand: 01.01.2025). Im Jahr 2023 waren es nur elf“, erklärte Gerlach. Damit nähere sich Bayern wieder dem Niveau der Vor-Corona-Zeit an. 2019 wurden 75 Fälle gemeldet.

Die Ministerin machte deutlich, dass die Zunahme von Masern weltweit zu beobachten ist, was auch in Deutschland zu mehr Infektionen führt. Besonders durch Reisen können Masernfälle eingeschleppt werden, wie beispielsweise im Fall eines österreichischen Skigebiets Ende 2024.

Schwere Verläufe und Spätfolgen möglich

Gerlach betonte die Gefahren der hochansteckenden Krankheit:
„Masern können einen sehr schweren Verlauf nehmen, der sogar einen Krankenhausaufenthalt nötig macht. In seltenen Fällen können gravierende gesundheitliche Spätfolgen auftreten. Eine Impfung ist der beste Schutz gegen Masern. Wer geimpft ist, schützt sich und andere.“

Impfung: Ein wirksamer Schutz für Kinder und Erwachsene

Um Kinder wirksam vor Masern zu schützen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) zwei Impfungen im Abstand von mindestens vier Wochen. Die erste Impfung sollte im Alter von elf Monaten erfolgen, die zweite im Alter von etwa 15 Monaten. Bei Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung wie einer Kita kann die Impfung bereits ab neun Monaten verabreicht werden.

Für nach 1970 geborene Erwachsene empfiehlt sich ebenfalls eine Überprüfung des Impfstatus. „Alle nach 1970 geborenen Erwachsenen und alle Jugendlichen sollten deshalb ihren Impfausweis überprüfen lassen. Denn nur wer in der Kindheit zweimal oder im Erwachsenenalter einmal gegen Masern geimpft ist, besitzt einen vollständigen Schutz“, so Gerlach.

Masernschutz im beruflichen Umfeld

Nach dem Masernschutzgesetz ist eine doppelte Impfung verpflichtend für nach 1970 geborene Erwachsene, die in Berufen mit erhöhtem Masern-Risiko tätig sind, etwa im medizinischen Bereich oder in Gemeinschaftseinrichtungen.

Kombinationsimpfstoffe, die gleichzeitig gegen Masern, Mumps und Röteln oder zusätzlich gegen Windpocken schützen (MMR- oder MMRV-Impfstoff), erleichtern die Immunisierung. Ein vollständiger Schutz trägt nicht nur zur persönlichen Sicherheit bei, sondern verhindert auch die weitere Ausbreitung der Krankheit.

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