Im Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Fischaufstiegsanlage am Hochablass beginnen die Stadtwerke Augsburg (swa) am Montag, 26. Januar, mit Grünschnitt- und Baumarbeiten. Die Anlage soll künftig Fischen und Kleinlebewesen im Lech den Aufstieg ermöglichen. Parallel dazu werden im Auftrag der Stadt Augsburg im Bereich des derzeit gesperrten Stegs zwischen Hochablass und Kuhsee Bäume im Zuge der geplanten Umgestaltung entfernt.
Für die Umsetzung der Fischaufstiegsanlage schneiden die swa eine standsicherheitsgefährdete Birke teilweise zurück und entfernen einen weiteren Baum mit einem Stammumfang von unter 80 Zentimetern. Darüber hinaus werden einzelne Sträucher und kleinere Gehölze entnommen sowie das Schilf im Oberwasserbereich zwischen Kuhsee und Hochablass zurückgeschnitten. Zusätzlich erfolgen in unmittelbarer Nähe des Stegs Gehölzentnahmen, die für das Mobilitäts- und Tiefbauamt genehmigt wurden. Die Wurzelstöcke verbleiben im Boden. Weitere Eingriffe in die Vegetation sind – abgesehen von einigen wild gewachsenen Büschen im Auslaufbereich des Kuhsees – nicht vorgesehen.
Sämtliche Maßnahmen sind mit dem Amt für Grünordnung der Stadt Augsburg abgestimmt und Bestandteil der genehmigten Planung. An den Kiefern im Bereich der sogenannten „Bastion“, an deren Fuß die Fischaufstiegsanlage im Lech entstehen wird, werden durch das Amt für Grünordnung einzelne Äste zurückgeschnitten.
Mit der neuen Anlage wird es Fischen und Kleinlebewesen erstmals seit mindestens 120 Jahren möglich sein, den rund 7,5 Meter hohen Höhenunterschied am Hochablass zu überwinden. Nach Abschluss der Arbeiten der Stadt Augsburg am Steg planen die swa, voraussichtlich im Sommer 2026 mit dem Bau der Fischaufstiegsanlage zu beginnen. Die Bauzeit wird etwa eineinhalb Jahre betragen und ist abhängig von Anzahl und Häufigkeit möglicher Hochwasserereignisse, bei denen die Arbeiten unterbrochen werden müssen.
Während der Bauphase kann es zeitweise zu Einschränkungen durch Baustellenverkehr und die Einrichtung des Baufeldes, etwa für einen Kran, kommen. Der Übergang über den Hochablass soll weitgehend aufrechterhalten werden, kurze Sperrungen lassen sich jedoch nicht vollständig vermeiden. Gearbeitet wird zu den üblichen Tageszeiten, wobei die Lärmbelastung für Anwohner so gering wie möglich gehalten werden soll. Bestimmte Arbeiten, wie etwa das Einrammen von Spundwänden, lassen sich jedoch nicht völlig geräuschlos durchführen.
Der Hochablass wurde vor etwa 120 Jahren in seiner heutigen Form errichtet. Bereits im 14. Jahrhundert entstand an dieser Stelle aufgrund der Lechableitungen in die Stadt eine Barriere, die seitdem für Fische und Kleinlebewesen ein unüberwindbares Hindernis darstellte.
Die Planungen für die neue Fischaufstiegsanlage begannen im Jahr 2013 parallel zum Bau des Wasserkraftwerks am Hochablass. Aufgrund zahlreicher Auflagen von Genehmigungsbehörden, der Fischereifachberatung sowie des UNESCO-Welterbe-Koordinationsbüros musste das Konzept mehrfach überarbeitet und an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Funktionsweise solcher Anlagen angepasst werden.


