HIKON-Übung | Landkreis Aichach-Friedberg probt Katastropheneinsatz in Fürstenfeldbruck

Mehr als 100 Einsatzkräfte waren von Freitagmittag bis Sonntagnachmittag an einer groß angelegten Katastrophenschutzübung im Landkreis Aichach-Friedberg beteiligt. Ziel der sogenannten HIKON-Übung war es, den überörtlichen Hilfeeinsatz bei einer Naturkatastrophe zu trainieren.

Das Szenario: Im benachbarten Landkreis Fürstenfeldbruck habe sich eine schwere Hochwasserkatastrophe ereignet. Daraufhin sei der Landkreis Aichach-Friedberg offiziell um Unterstützung gebeten worden. In solchen Fällen wird gemäß den Vorgaben des Katastrophenschutzes ein Hilfeleistungskontingent – kurz HIKON – zusammengestellt. Dieses umfasst Einsatzfahrzeuge, Feuerwehrleute aus dem gesamten Landkreis, die Kreisbrandinspektion sowie die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL). Innerhalb weniger Stunden muss dieses Kontingent einsatzbereit gemacht und im Rahmen einer Kolonnenfahrt in das betroffene Gebiet verlegt werden – inklusive eigenständiger Versorgung und Unterbringung. Bei mehr als 100 Beteiligten ist das eine enorme logistische Aufgabe.

Die Übung war ursprünglich bereits für das Vorjahr geplant, musste damals aber aufgrund eines realen Katastrophenfalls im eigenen Landkreis verschoben werden. Statt zu helfen, musste das Wittelsbacher Land selbst auf Unterstützung aus den Landkreisen Aschaffenburg, Schweinfurt und Cham zurückgreifen.

Mit einem Jahr Verzögerung startete nun die Übung am Freitag mit einer fiktiven Alarmierung. Noch am selben Abend wurden alle betroffenen Kommandanten informiert und eine Lagebesprechung im Landratsamt durchgeführt. Kreisbrandrat Christian Happach, der das HIKON leitete, gab dabei letzte Informationen zu Zeitplan, Marschroute, Versorgung und Organisation bekannt.

Am Samstagmorgen gegen 8:30 Uhr setzte sich das Kontingent – bestehend aus 24 Feuerwehrfahrzeugen – in Bewegung. Um den Ablauf einer realistischen Kolonnenfahrt zu erproben, wurde eine rund 250 Kilometer lange Route abgefahren, bevor die Einsatzkräfte am Nachmittag in Fürstenfeldbruck eintrafen.

Vor Ort wandelten die Feuerwehrkräfte eine Schulturnhalle in eine Unterkunft um. Neben Feldbetten hatten sie auch eine eigene Feldküche mitgebracht, um sich für mindestens 24 Stunden autark versorgen zu können – so sah es das Übungsszenario vor.

Empfangen wurden sie von ihren Kolleginnen und Kollegen aus Fürstenfeldbruck unter der Leitung von Kreisbrandrat Christoph Gasteiger. Beide Kreisbrandräte zeigten sich beeindruckt von der disziplinierten und reibungslosen Durchführung der Übung. Die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg funktioniere – ein beruhigendes Zeichen für den Ernstfall.

Am Sonntagvormittag wurde das Lager abgebaut und das Kontingent kehrte nach Aichach zurück. Die Bilanz der dreitägigen Übung fällt durchweg positiv aus: Von der Alarmierung über die Einsatzkoordination bis hin zur Versorgung der Kräfte lief alles wie geplant. Für alle Beteiligten war es eine wertvolle Gelegenheit, praktische Erfahrungen zu sammeln – und die Gewissheit zu stärken, im Notfall bestens vorbereitet zu sein.

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