Merz benennt Rüstungsmanager Haun als FCAS-Vermittler

Bundeskanzler Friedrich Merz hat den deutschen Rüstungsmanager Frank Haun mit einem letzten Versuch beauftragt, das schlingernde deutsch-französische Projekt zum Bau eines gemeinsamen Kampfjets zu retten. Wie der „Spiegel“ berichtet, bat Merz den langjährigen Chef der Panzerschmiede Krauss-Maffei Wegmann (KMW), als einer von zwei Vermittlern zu versuchen, den Streit zwischen dem französischen Flugzeughersteller Dassault und der Militärsparte von Airbus durch einen neuen Kompromissvorschlag zum weiteren Vorgehen zu kitten.

Friedrich Merz am 27.03.2026, via dts Nachrichtenagentur

Merz hatte in den vergangenen Monaten mehrmals versucht, Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron zu einer Entscheidung über die Zukunft des deutsch-französischen Prestige-Vorhabens zu drängen. Berlin und Paris diskutieren seit Monaten, ob sie die gemeinsame Entwicklung des „Future Combat Air System“, besser bekannt unter der Abkürzung FCAS, noch fortsetzen wollen.

Haun gilt als einer der erfahrensten deutschen Rüstungsmanager. Besonders seine Erfahrung bei der Fusion des deutschen Panzerbauers KMW mit dem französischen Unternehmen Nexter macht ihn aus Sicht der Bundesregierung zu einem idealen Kandidaten, um das Projekt FCAS noch einmal auf die Spur zu bringen oder wenigstens eine Neujustierung des Vorhabens vorzunehmen, die nicht wie ein komplettes Scheitern aussieht. Durch seine Erfahrung bei der deutsch-französischen Panzer-Fusion, heißt es in der Verteidigungsbranche, sei Haun „gestählt“ wie kaum ein anderer.

Macron hat mittlerweile den ähnlich erfahrenen Rüstungsexperten Laurent Collet-Billon für die Rettungsmission in Stellung gebracht. Der ehemalige Leiter der Generaldirektion für Rüstung (DGA) kennt Haun gut. Auf der Seite der französischen Behörde zur Koordination der Beschaffung war er maßgeblich an der Fusion zwischen Nexter und KMW beteiligt. Für die Franzosen begleitete er auch das Projekt zum gemeinsamen Bau des Transportflugzeugs Airbus A400M, das anfangs von Streitereien und Pannen geplagt war.

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DTS Nachrichtenagentur
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Autor dieses Artikel ist unser Partner, die dts Nachrichtenagentur.

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