Mittelfranken meldet niedrigste Kriminalitätsrate seit Jahrtausendwende

Das Polizeipräsidium Mittelfranken meldet für das Jahr 2025 die sicherste Lage seit der Jahrtausendwende. „Die Zahl der Straftaten ist das zweite Jahr in Folge gesunken, die Aufklärungsquote konnte nochmals gesteigert werden, und die Jugendkriminalität ist deutlich rückläufig“, erläuterte Polizeipräsident Gernot Rochholz anlässlich der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik am 17. März 2026.

Straftaten im Sinkflug

Insgesamt registrierte das Polizeipräsidium Mittelfranken im vergangenen Jahr 75.211 Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße, was einem Rückgang von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Inklusive dieser Verstöße beträgt der Rückgang sogar 2,6 Prozent. Wie Kriminaldirektor Holger Stein betonte: „Die Anzahl der durch die Polizei bearbeiteten Straftaten war im Jahr 2025 auf dem niedrigsten Niveau seit einem Vierteljahrhundert.“

Auffälliger Rückgang bei Jugendkriminalität

Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei jungen Tatverdächtigen. Die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren fiel um 4,7 Prozent. Bei den 14- bis 17-Jährigen war der Rückgang mit 9,2 Prozent noch signifikanter. Dennoch besteht bei einzelnen jungen Menschen weiterhin die Neigung, Konflikte gewaltsam zu lösen, erklärte Holger Stein.

Herausforderungen in der Cyberkriminalität

Zunehmende Aufmerksamkeit erfordert die Kriminalität im Internet. Die Auslandsstraftaten stiegen 2025 auf 14.131 Fälle an. Im Deliktsbereich Cybercrime verzeichnete die mittelfränkische Polizei einen Zuwachs von knapp zehn Prozent. „Die digitale Kriminalität trifft Menschen direkt in ihrem Alltag – oft mit existenziellem Schaden“, erläuterte Rochholz. Mehr zu diesem Thema finden Sie hier.

Erfreulich ist der Rückgang im Bereich Callcenterbetrug – die Zahl der Fälle sank um 27,7 Prozent. Doch der durch diesen Betrug verursachte Schaden liegt mit 5,4 Millionen Euro weiterhin hoch. Die Polizei ruft dazu auf, bei verdächtigen Anrufen den Notruf 110 zu wählen.

Polizeipräsident Rochholz resümierte: „Wir verzeichnen die niedrigste Zahl an Straftaten seit der Jahrtausendwende. Das ist ein gutes Ergebnis – und es ist das Ergebnis konsequenter Polizeiarbeit im gesamten Regierungsbezirk.“ Abschließend betonte er, dass trotz der Erfolge die Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern von essenzieller Bedeutung bleibt, um den positiven Trend fortzusetzen.

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Alfred Ingerl
Alfred Ingerl
Alfred Ingerl ist freier Redakteur aus dem Bereich Blaulicht für Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bayern.

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