Nach Schließung der Freilichtbühne in Augsburg: Runder Tisch für neue Kulturorte

Die plötzliche Schließung der Freilichtbühne sorgt in Augsburg für Kritik und Verärgerung. Viele bemängeln, dass die Stadt eine Sanierung der maroden Tribüne nicht frühzeitig geplant habe. Stattdessen sei das Theaterjahr 2026 bereits vorbereitet worden, ohne vorher eine umfassende baufachliche Begutachtung vorzunehmen. Für Veranstalter, die schon Tickets für große Konzerte verkauft hatten – darunter ein Auftritt der Sportfreunde Stiller – ist die Absage ein echtes Fiasko.

Nach aktuellen Prüfungen ist die Standsicherheit der Tribüne nicht mehr nachweisbar, ein sicherer Spielbetrieb kann daher nicht mehr garantiert werden. Die Stadt stellt klar: „Sicherheit geht vor.“ Der Schutz von Leib und Leben habe oberste Priorität und sei nicht verhandelbar.

Trotz der Schließung will die Stadt die Kultur nicht aufgeben. Mit dem neu eingerichteten Runden Tisch „Eine Stadt, viele Freilichtbühnen“ sollen neue Konzepte für die Sommer-Kultur entstehen. Gemeinsam mit Kulturschaffenden, Veranstalterinnen und Veranstaltern sowie weiteren Akteurinnen und Akteuren sollen alternative Spielstätten geprüft, kreative Übergangslösungen gefunden und bestehende Angebote gebündelt werden.

Oberbürgermeisterin Eva Weber betont: „Die Schließung der Freilichtbühne braucht jetzt kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander.“ Sie sieht die Situation auch als Chance, Sommer-Kultur dezentral an neue Orte zu bringen und der Stadt frische Impulse zu verleihen.

Kulturreferent Jürgen Enninger unterstreicht die Bedeutung des Formats: „Die Haltung des Kulturreferats ist es, Kunst und Kultur als Teil der Stadtentwicklung zu denken und dabei auch unkonventionelle Wege zu gehen.“ Die Situation sei zwar nicht geplant gewesen, eröffne aber neue Möglichkeiten: „Aber dadurch entsteht die Chance, diese Haltung gemeinsam in die Tat umzusetzen, neu zu denken, Kräfte zu bündeln und pragmatische Lösungen zu entwickeln, damit Kunst und Kultur in Augsburg in diesem Sommer noch vielfältiger ihre Plätze finden und so Motor einer lebendigen Innenstadtentwicklung werden.“

Mit dem Runden Tisch will die Stadt Augsburg die Bereitschaft vieler Beteiligter nutzen und weiterentwickeln, um trotz der Freilichtbühnen-Schließung ein sicheres und abwechslungsreiches Kulturangebot für den Sommer zu gewährleisten.

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