Das Duell zweier Nationalmannschaften um ein Abwehrtalent des FC Augsburg sorgt für Gesprächsstoff. Innenverteidiger Noahkai Banks (19) steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung: Spielt er künftig für die USA oder für Deutschland?
Der gebürtige Hawaiianer ist eines der Gesichter des Augsburger Aufschwungs in dieser Saison. Beim 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Köln glänzte Banks nicht nur defensiv, sondern bereitete mit einem starken Solo und einem präzisen Zuspiel auf Rodrigo Ribeiro dessen Hackentor vor – es war seine erste Torvorlage in der Bundesliga. Die Szene unterstrich eindrucksvoll, warum der 19-Jährige längst international Begehrlichkeiten weckt.
USA oder DFB? Entscheidung noch offen
Seit der U17 lief Banks für Nachwuchsteams der USA auf. Im September wurde er erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert, kam jedoch nicht zum Einsatz. Genau das eröffnet dem Deutschen Fußball-Bund weiterhin die Möglichkeit, den Defensivspieler für sich zu gewinnen.
„Ich habe mit beiden Nationalmannschaften ein bisschen Kontakt und bin gerade am Entscheiden“, sagte Banks nach dem Spiel bei Sky. Er wolle „nichts überhasten“, schließlich hoffe er auf eine lange Karriere.
Seine familiäre Situation macht die Wahl nicht einfacher: In Deutschland wuchs er mit seinem Stiefvater auf, sein leiblicher Vater lebt in den USA. „Ich fühle mich zu beiden Nationen hingezogen“, erklärte der Abwehrspieler. Am Ende wolle er gemeinsam mit der Familie die beste Entscheidung treffen.
Experte sieht Handlungsbedarf
Für TV-Experte Thomas Hitzlsperger ist die Lage klar. Der ehemalige Nationalspieler fordert ein schnelles Signal des Bundestrainers: An Stelle von Julian Nagelsmann würde er Banks zeitnah nominieren. Es wäre „schade, wenn solche Talente nicht mehr verfügbar sind“, so Hitzlsperger.
Mit Blick auf die kommende Weltmeisterschaft in Nordamerika – ausgetragen in den USA, Mexiko und Kanada – gilt ein möglicher Platz im Team der Gastgeber als zusätzlicher Faktor. Banks selbst betont jedoch, seine Entscheidung nicht von einem Turnier abhängig machen zu wollen. „Man kann nie sagen, was in vier, fünf Jahren ist. Natürlich ist eine WM für jeden ein Traum, aber ich will es nicht darauf festlegen.“
Vom FCA-Nachwuchs zum Bundesliga-Stammspieler
Banks durchlief seit 2015 die Jugendmannschaften des FCA. Im Januar 2025 gab er sein Profidebüt, inzwischen kommt er auf 28 Pflichtspieleinsätze. Sein Vertrag in Augsburg läuft bis 2029 – sportlich ist seine Zukunft also klar geregelt. International hingegen bleibt es spannend.
Für den DFB könnte sich bald eine Grundsatzfrage stellen: Abwarten – oder handeln? In Augsburg jedenfalls hofft man, dass der nächste Entwicklungsschritt des Senkrechtstarters weiterhin in Rot-Grün stattfindet – unabhängig davon, welches Nationaltrikot er künftig trägt.


