Die überarbeitete Fassadengestaltung der zweiten Spielstätte des Staatstheaters Augsburg – dem sogenannten „Kleinen Haus“ – ist aus Sicht der Stadtverwaltung keine überraschende Wendung. Baureferent Steffen Kercher stellt klar, dass technische Unzulänglichkeiten in der ursprünglichen Fassade bereits bekannt waren.
„Dass die ursprüngliche Fassade technisch noch nicht gelöst war und hier Optimierungsbedarf bestand, war bekannt, wurde sowohl im Baukunstbeirat wie auch im Stadtrat diskutiert und schließlich in einer Informationsveranstaltung den Stadträten vorgestellt. Dass das Interesse daran sehr gering war, liegt nicht in der Verantwortung der Stadt“, so Kercher.
Architektonischer Anspruch und gesellschaftliche Funktion
Das Kleine Haus soll als zeitgenössischer Ergänzungsbau das kulturelle Ensemble des Staatstheaters abrunden. Kercher unterstreicht die städtebauliche und kulturelle Bedeutung des Projekts: „Das Kleine Haus ist der zeitgenössische Baustein des Augsburger Staatstheaters. Es steht prominent zum öffentlichen Raum und übernimmt wichtige gesellschaftliche Funktionen sowohl in der Konzeption wie auch in seiner Wirkung in das Theater-Viertel.“ Umso erfreulicher sei es, dass die Neugestaltung in Fachkreisen auf Zustimmung stoße: „Ich freue mich deshalb sehr, dass der neue Auftritt im Baukunstbeirat, bei der Denkmalpflege wie auch beim Stadtheimatpfleger auf positive Resonanz stößt.“
Veränderungen ohne Auswirkungen auf Kernfunktionen
Die vorgeschlagenen Anpassungen betreffen vorwiegend die äußere Erscheinung des Gebäudes und dessen Bewegungsflächen. Der Veranstaltungssaal sowie die betrieblichen Bereiche bleiben laut Kercher nahezu unverändert. Entsprechend sei der Planungsaufwand überschaubar. „Dieser umfasst aber in Bezug auf das Gesamtprojekt einen nur sehr geringen Anteil der Planungsleistungen“, so der Baureferent.
Kostenerhöhung nicht durch Planerwechsel bedingt
Das Kleine Haus macht lediglich rund zehn bis 15 Prozent des Gesamtbudgets des Staatstheater-Projekts aus. Die kürzlich beschlossene Budgeterhöhung im Stadtrat sei laut Kercher unabhängig vom Planerwechsel: „Die Ausweitung des Gesamtbudgets mit Beschluss im Stadtrat 2024 ist erfolgt, um die zwischen 2021 und 2024 exorbitant eingetretenen Baupreissteigerungen abbilden zu können. Ziel war es, einen seriösen Kostenrahmen für die Planung des Haushaltes zu definieren.“ Der Wechsel in der Objektplanung sei dagegen zu diesem Zeitpunkt nicht vorgesehen gewesen: „Mit dem Wechsel in der Objektplanung und -überwachung hat dies folgerichtig nichts zu tun. Dieser war zu dem Zeitpunkt weder geplant noch beabsichtigt.“
HENN liefert Optimierungen im Rahmen des Auftrags
Die derzeitigen Optimierungsvorschläge stammen vom neu beauftragten Architekturbüro HENN, das sich im Rahmen seiner Einarbeitung intensiv mit dem bisherigen Planungsstand auseinandergesetzt hat. Diese Vorschläge seien keine nachträgliche Korrektur, sondern Teil des vereinbarten Auftrags, so Kercher: „Die kritische Prüfung der bisher vorliegenden Planstände und darauf aufbauend sinnvolle Optimierungsvorschläge war ausdrücklich Auftrag der Ausschreibung. Dafür waren der vorgegebene Gesamtkostenrahmen, der aktuell erreichte Bauzustand und der vorgegebene Bauablauf zwingende Grundlagen.“
Die Stadt sieht sich mit der überarbeiteten Fassade auf einem realistischen Kurs – sowohl gestalterisch als auch wirtschaftlich.




