Im Zuge der von der Grünen Jugend angestoßenen Diskussion über den Fortbestand des Zoo Augsburg meldet sich nun Reiner Erben, Umwelt- und Nachhaltigkeitsreferent sowie Vorsitzender des Zoo-Aufsichtsrats, mit einem klaren Bekenntnis zu Wort. Für ihn ist der Zoo in der heutigen Zeit weit mehr als eine Freizeiteinrichtung.
„Die Rolle von Zoos in unserer Gesellschaft hat sich seit dem 19. Jahrhundert deutlich gewandelt. Wo früher exotische Tiere zur Schau gestellt wurden, sind heute Umweltbildung, Naturschutz und Arterhaltung sowie die Erhaltung der Biodiversität oberstes Ziel“, betont Erben.
Bildungsauftrag im Fokus – Zoo als Lernort
Mit Nachdruck verweist Erben auf die wichtige Rolle des Zoos als Teil eines umfassenden Umweltbildungskonzepts. Besonders mit dem Neubau des Elefantenhauses habe man die Bedeutung des Lernens am und im Zoo gestärkt.
„Dass das Umweltbildungszentrum Augsburg in unmittelbarer Nachbarschaft zum Zoo und zum Botanischen Garten angesiedelt wurde, war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu diesem erweiterten Umweltbildungskonzept. Der Zoo spielt dabei als Besuchermagnet eine zentrale Rolle“, erklärt der Referent.
In Bezug auf die personelle Weiterentwicklung nach dem angekündigten Ausscheiden von Zoodirektorin Dr. Barbara Jantschke hebt Erben hervor: „Durch die Verpflichtung von Dr. Philipp Wagner als Artenschutzexperten, wurden hier vom Aufsichtsrat die richtigen Weichen für die Zukunft des Zoos gestellt.“
Zukunft des Zoo Augsburg | Breite politische Debatte über Erhalt, Entwicklung und Visionen
Artenschutz mit konkreten Ergebnissen
Der Zoo Augsburg investiert nicht nur in Bildung, sondern auch konkret in den Artenschutz vor Ort. Über den hauseigenen Naturschutzfonds wurden laut Erben bereits über 2,2 Millionen Euro in entsprechende Projekte gesteckt. Diese Investitionen hätten direkt zum Erhalt bedrohter Lebensräume beigetragen.
Erste Tierbegegnung für viele Kinder
Besonders für Kinder und Jugendliche sei der Zoo eine prägende Erfahrung:
„Wir wissen aus Befragungen, dass rund 40 Prozent der Kinder bei ihrem Zoobesuch etwas über Tiere lernen. Für einige ist es das erste Mal, dass sie überhaupt mit lebendigen Tieren in Kontakt kommen.“
Die Zooschule betreute allein im Jahr 2024 über 10.000 Kinder und Jugendliche – durch Führungen, Workshops und Ferienprogramme. Zusätzliche Teilnehmer:innen an Aktionstagen sind dabei noch nicht mitgezählt.
Für Erben steht fest: „So gesehen ist der Zoo in heutiger Zeit ein wichtiger Ort der Wissens- und Empathie-Bildung geworden. Diese Entwicklung haben wir nicht nur aktiv gefördert, sie wird auch konsequent fortgesetzt.“
Zoo Augsburg bleibt Zukunftsmodell
Angesichts der Debatte bezieht der Umweltreferent eindeutig Stellung: Der Zoo Augsburg ist aus seiner Sicht ein unverzichtbarer Bestandteil städtischer Umweltbildung, ein Ort praktischen Artenschutzes und ein emotional prägender Lernort – vor allem für junge Menschen.


