Petition fordert medizinisches Versorgungszentrum in Lindenberg – Kreistag berät über Finanzierung

Im Landkreis Lindau wurde eine Online-Petition eingereicht, die die Einrichtung eines medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in Lindenberg fordert. Mehr als 2.000 Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet haben die Initiative unterstützt. Die Petition wird Ende März im Kreistag behandelt, wo das Thema bereits auf der Tagesordnung steht.

Finanzierung für ein MVZ in Planung

Bereits in der vergangenen Woche empfahl der Haushaltsausschuss des Kreistags einstimmig, 300.000 Euro als Anschubfinanzierung für ein MVZ im Haushalt 2025 bereitzustellen. Zusätzlich sollen weitere 100.000 Euro für eine strategische Entwicklung der stationären Versorgung eingeplant werden. Neben dem Landkreis haben auch die Stadt Lindenberg und weitere Gemeinden angekündigt, finanzielle Mittel für das Projekt bereitzustellen.

Ein MVZ könnte die medizinische Versorgung in der Region erheblich verbessern. Diese Einrichtungen ermöglichen die Zusammenarbeit mehrerer Fachärzte unter einem Dach und bieten Patienten eine wohnortnahe und umfassende Betreuung – ein wichtiger Baustein gerade für ländliche Gebiete.

Herausforderungen bei der Umsetzung

Ob ein MVZ in Lindenberg tatsächlich realisiert werden kann, hängt jedoch von der Entscheidung des Zulassungsausschusses der Kassenärztlichen Vereinigung ab. Derzeit ist unklar, welche Arztsitze für Lindenberg zur Verfügung stehen. Nach der Insolvenz des ehemaligen MVZ an der Rotkreuzklinik wäre ein chirurgischer Sitz neu zu besetzen. Die Schwesternschaft des Bayerischen Roten Kreuzes müsste hierfür einen Antrag auf Nachbesetzung stellen. Ein chirurgischer Arztsitz wäre für das MVZ essenziell, um beispielsweise Arbeitsunfälle behandeln zu können.

Landrat fordert mehr Unterstützung auf Bundesebene

Die finanzielle Unterstützung durch den Landkreis ist eine freiwillige Leistung, da die Gesundheitsversorgung in Deutschland eigentlich über Krankenkassenbeiträge und Bundesmittel finanziert wird. Doch viele Kommunen sehen sich gezwungen, selbst tätig zu werden, weil bestehende Strukturen nicht mehr ausreichend funktionieren.

Landrat Elmar Stegmann betont die Notwendigkeit, dass sich Bund und Länder stärker engagieren: „Es ist dringend geboten, dass auf Bundes- und Landesebene endlich Maßnahmen getroffen werden mit dem Ziel, für die Menschen, die medizinische Hilfe brauchen, weiterhin eine gute Versorgung bieten zu können. Ich setze meine Hoffnung auf die kommende Bundesregierung, denn dass dringender Handlungsbedarf besteht, ist unbestritten.“

In den letzten Jahren wurden in der Region mehrere Krankenhäuser geschlossen, darunter in Isny, Leutkirch und Bad Waldsee. Der Landkreis Lindau investiert bereits erhebliche Mittel in den sozialen Bereich – laut aktuellem Haushaltsentwurf 42 Millionen Euro, was 34 % des gesamten Haushaltsvolumens entspricht.

Trotz finanzieller Anstrengungen mahnt Stegmann zu durchdachten Lösungen: „Kurzfristiger Aktionismus hilft uns nicht weiter – sondern enttäuscht am Ende nur und schadet dem Vertrauen in die Politik.“

Die Entscheidung über die Finanzierung eines MVZs in Lindenberg wird Ende März im Kreistag getroffen – ein wichtiger Schritt für die medizinische Versorgung in der Region.

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