Rufe nach EU-Grenzschließung bei neuer Migrationskrise

Italien und Dänemark wollen im Fall einer neuen Migrationskrise wegen des Iran-Kriegs die europäischen Außengrenzen schließen.

Flüchtlinge vor einem Grenzzaun (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

In einem gemeinsamen Schreiben, über das die FAZ berichtet, fordern die Ministerpräsidentinnen Giorgia Meloni und Mette Frederiksen die Europäische Kommission auf, „Mechanismen zu prüfen, die als Notbremse dienen können und im Falle großer Migrationsbewegungen in Richtung der Union als Fall höherer Gewalt ausgelöst werden können“. Der Brief wurde am Mittwochabend verschickt und am Donnerstagmorgen im Kreis von 14 Regierungschefs in Brüssel erörtert, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Man könne es nicht riskieren, dass sich eine Fluchtbewegung wie 2015/16 wiederhole, schreiben Meloni und Frederiksen zur Begründung. „Das wäre nicht nur eine humanitäre Katastrophe für die direkt betroffenen Menschen, sondern würde auch die Sicherheit und den Zusammenhalt der Union gefährden.“ Es müssten alle Werkzeuge eingesetzt werden, um ein solches Risiko zu mindern, von humanitärer Hilfe für die betroffenen Menschen bis hin zum Grenzschutz. Man dürfe sich nicht abermals überraschen lassen. „Das bedeutet eine weitere Stärkung unserer Grenzen, damit alle Mitgliedstaaten angemessen ausgestattet sind, um sicherzustellen, dass die EU die volle Kontrolle über ihre Außengrenzen hat“, heißt es in dem Brief.

Vorbild für eine Schließung der Außengrenzen wäre das Vorgehen Griechenlands gegenüber der Türkei Anfang 2020 und Polens gegenüber Weißrussland ab Ende 2021. Beide Länder schlossen ihre Grenzübergänge, drängten Personen gewaltsam ab oder brachten sie ohne Prüfung eines Schutzanspruchs dorthin zurück, wo sie hergekommen waren. Die EU-Kommission hatte Ende 2024 dargelegt, dass Mitgliedstaaten im äußersten Fall Schutzsuchende an den Außengrenzen abweisen dürften. Allerdings ging es dabei um „hybride Angriffe“, bei denen Migration als Waffe eingesetzt wird.

Anzeige
DTS Nachrichtenagentur
DTS Nachrichtenagentur
Autor dieses Artikel ist unser Partner, die dts Nachrichtenagentur.

Meistgelesen

Unbekannter Täter verletzt 25-Jährigen bei Angriff in Augsburger Innenstadt

Augsburg – Am Dienstagabend kam es am Don-Bosco-Platz in...

Wegen des Vorwurfs von Antisemitismus: „Wir sind Augsburg“ leitet rechtliche Schritte gegen Martina Wild ein

Gestern forderte die Bürgervereinigung "Wir sind Augsburg" den Rücktritt...

Warnstreik legt Nahverkehr in Augsburg lahm – Busse und Straßenbahnen bleiben im Depot

Ein Warnstreik hat am Donnerstag den öffentlichen Nahverkehr in Augsburg weitgehend zum Stillstand gebracht. Die Gewerkschaften Verdi und Nahverkehr haben die Beschäftigten der Stadtwerke Augsburg (swa) im Verkehrsbereich zum Arbeitskampf aufgerufen. Für viele Pendler bedeutet das massive Einschränkungen bei Bus und Tram im gesamten Stadtgebiet.

Seilbahngondel in der Schweiz abgestürzt – Ein Todesopfer

In der Schweiz ist beim Absturz einer Seilbahngondel eine...

Polizeibericht Augsburg und Region vom 18.03.2026

Hier lesen Sie den Polizeibericht Augsburg und Region von heute