Schwaben im Bundestagswahlkampf | Parteien und Kandidaten positionieren sich

Im Vorfeld der kommenden Bundestagswahl laufen die Vorbereitungen der Parteien in Bayerisch-Schwaben auf Hochtouren. Die Bezirksdelegiertenkonferenz der Grünen in Memmingen brachte sowohl Abschiede als auch neue Weichenstellungen. Andere Parteien wie SPD, CSU und Freie Wähler sind ebenfalls dabei, ihre Kandidatinnen und Kandidaten, sowie die Strategien zu finalisieren.

Mit Ekin Deligöz (Neu-Ulm) verlässt eine prägende Persönlichkeit der Grünen aus Schwaben den Bundestag. Die langjährige Abgeordnete, die seit 1998 für die Grünen im Bundestag saß, hatte bedeutende politische Akzente gesetzt, besonders im Bereich der Kinderrechte und der Sozialpolitik. Für die ankommende Wahlperiode kandidiert sie nun nicht mehr. „Mein Mandat hat mir ermöglicht, einige Verbesserungen auf den Weg zu bringen“, resümierte sie und verwies auf Fortschritte wie das Recht auf gewaltfreie Erziehung und die Kindergrundsicherung.

Neue Gesichter für Schwaben im Bundestag?

Die Grünen gaben bei der Konferenz in Memmingen drei Schwaben-Voten für die Landesliste ab. Die erfahrene Bundestagsabgeordnete und Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Augsburg) erhielt das erste Votum. Roth möchte den Klimaschutz und die Errungenschaften der Ampelkoalition verteidigen. Sie gilt als aussichtsreichste Schwäbin. Auf der Grünen-Liste in Bayern wird sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen der vorderen Plätze einnehmen.

Drei Votenträgerinnen des Bezirksverbands Schwaben, v.l. Maria Wißmiller, Claudia Roth, Andrea Wörle Foto: Chiara Lang

Andrea Wörle (Wahlkreis Kempten-Oberallgäu-Lindau), erfahren aus der Europawahl 2024, sicherte sich das zweite Votum. Als Finanzexpertin möchte sie sich besonders für Haushaltsfragen, Gleichstellung und eine ökologische Wirtschaftspolitik einsetzen. Das dritte Votum ging an die Naturschutzexpertin Maria Wißmiller (Bernbach/Ostallgäu), die den Schwerpunkt auf Umwelt- und Klimaschutz legen will.

SPD setzt auf Kontinuität

Ulrike Bahr, seit 2013 Bundestagsabgeordnete, erhielt Platz 20 auf der SPD-Landesliste. Sie kündigte an, im Wahlkampf weiterhin die Interessen ihrer Wählerinnen und Wähler aus Augsburg, Königsbrunn und dem Ostallgäu zu vertreten. „Sichere Rente, starke Familien und eine stabile Wirtschaft – dafür stehe ich“, erklärte Bahr, die den Familienausschuss des Bundestags leitet.

Bahrs Wiedereinzug ist ungewiss | Foto: Wolfgang Czech

Der Wiedereinzug in den Deutschen Bundestag ist für sie aber alles andere als sicher. Derzeit deutet vieles darauf hin, dass es weniger Mandate sein könnten als bei der letzten Wahl. Bei der Bundestagswahl 2021 konnte die SPD in Bayern 23 Abgeordnete in den Bundestag entsenden. Allerdings wird erwartet, dass aufgrund schwächerer Umfragewerte und der knappen Listenplätze deutlich weniger bayerische SPD-Abgeordnete ins Parlament einziehen könnten. Aussichtsreicher positioniert ist die Stadtbergerin Heike Heubach auf Platz 14 der Landesliste. Sie soll den nördlichen Landkreis Augsburg und Aichach-Friedberg vertreten.

CSU und Freie Wähler in der Vorbereitung

Die CSU wird unter anderem mit dem Mitglied im Rechtsausschuss Volker Ullrich (Augsburg-Stadt) und dem stellvertretenden CSU-Landesgruppenchef Hans-Jörg Durz (Landkreis Augsburg Nord) prominent besetzt ins Rennen gehen.

Durz wird einen starken Platz auf der Liste der Christsozialen bekommen | Foto: Dominik Mesch

Bei den Freien Wählern setzt man auf die Stärke der Lokalpolitik. Mit Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle (Wahlkreis Augsburg-Stadt) und der Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller wurden bereits regionale Schwergewichte nominiert. Detaillierte Listen werden von beiden Parteien noch erwartet. Auch andere Parteien und Gruppierungen formieren sich aktuell für die für den 23. Februar 2025 erwartete Bundestagswahl.

 

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