Kurzfristig angesetzt, zügig umgesetzt: Vom Fliegerhorst in Neuburg sind am Freitag vier Eurofighter in Richtung Nordatlantik aufgebrochen. Die Maschinen des Taktisches Luftwaffengeschwader 74 beteiligen sich an der Nato-Operation „Arctic Sentry“.
Nach offiziellen Angaben erfolgte der Abflug am späten Vormittag. Ziel ist Island, von wo aus die Jets Aufgaben in der erweiterten Luftraumüberwachung übernehmen sollen. Hintergrund ist die zunehmende sicherheitspolitische Bedeutung der Arktis.
Strategische Region im Wandel
Mit dem Rückgang des Meereises rücken neue Handelswege und Rohstoffvorkommen in den Fokus. Zugleich verschärft sich der geopolitische Wettbewerb. Besonders Russland und China weiten ihre Aktivitäten im hohen Norden aus.
Die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump beobachten diese Entwicklung mit Sorge. Zuletzt sorgte vor allem die Debatte um den strategischen Stellenwert Grönlands für Aufmerksamkeit. Die Insel gehört politisch zu Dänemark und ist damit Teil des Nato-Bündnisgebiets.
Die Mission trägt den Beinamen „Wächter der Arktis“. Ziel ist es, Präsenz zu zeigen und mögliche Aggressionen abzuschrecken. Das Verteidigungsbündnis betont dabei die defensive Ausrichtung des Einsatzes.
Berlin signalisiert Unterstützung
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hatte deutsche Beiträge zu einer verstärkten Nato-Präsenz im Norden bereits angekündigt. Neben den vier Kampfjets aus Neuburg sollen auch Transportmaschinen vom Typ A400M eingebunden sein.
Für das Neuburger Geschwader ist es nicht der erste internationale Auftrag dieser Art. 2024 sicherten Eurofighter und Personal von der Donau aus mehrere Monate lang den baltischen Luftraum im Rahmen der Nato-Mission an der Ostflanke. Damals hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder den Soldatinnen und Soldaten bei ihrer Rückkehr ausdrücklich gedankt.
Wie lange „Arctic Sentry“ andauern wird, ist derzeit offen. Fest steht jedoch: Mit der schnellen Verlegung der Eurofighter übernimmt Neuburg erneut eine zentrale Rolle innerhalb der Nato-Luftverteidigung im Norden Europas.
Geplante Übung am Eurofighter: Kein Notfall auf dem Fliegerhorst Neuburg


