Volkswagen prüft Verkauf von Everllence – Goldman Sachs und J.P. Morgan an Bord

Volkswagen hat die Investmentbanken Goldman Sachs und J.P. Morgan beauftragt, Möglichkeiten für den Verkauf seiner Tochtergesellschaft Everllence auszuloten. Insidern zufolge könnte das Unternehmen, das auf die Produktion von Schiffsmotoren und Turbinen für Kraftwerke spezialisiert ist, mit mehr als fünf Milliarden Euro bewertet werden.

Nach Informationen aus dem Umfeld des Konzerns arbeiten die Banken eng mit VW an einer möglichen Trennung von Everllence, früher bekannt unter dem Namen MAN Energy Solutions. Das Unternehmen soll bereits das Interesse verschiedener Private-Equity-Investoren geweckt haben. Das berichtet das Portal https://www.institutional-money.com/.

Strategiewechsel unter Druck

Volkswagen steht unter wachsendem wirtschaftlichen Druck: Rückläufige Absätze in China und ein härterer Wettbewerb auf dem europäischen Markt belasten das Ergebnis. Konzernchef Oliver Blume hat deshalb ein umfangreiches Sparprogramm angestoßen. Everllence erzielte im Jahr 2024 einen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von 337 Millionen Euro. Ein früherer Verkauf der Gasturbinensparte an ein chinesisches Staatsunternehmen war 2023 aus sicherheitspolitischen Gründen von der Bundesregierung gestoppt worden.

Aus MAN wurde Everllence

Erst im Juni hatte sich MAN Energy Solutions in „Everllence“ umbenannt. Das Ziel: Seine Neuausrichtung sichtbar machen und eine eigene Marke aufbauen. Im Zuge von Tarifverhandlungen 2020 wurde zwischen der IG Metall, VW und Everllence vereinbart, dass das Augsburger Unternehmen bis mindestens Ende 2024 Teil des VW-Konzerns bleiben werde. Everllence ist eine hundertprozentige Tochter des VW-Konzerns.

Diese Frist läuft nun aus – und genau zum Ablauf dieser Vereinbarung prüft der Mutterkonzern strategische Optionen für die Zukunft der Tochtergesellschaft. Die Umbenennung und die neue Markenidentität könnten sich dabei auch als Vorbereitung auf eine Loslösung vom Konzern erweisen. Ob Everllence verkauft, an die Börse gebracht oder doch im Konzern gehalten wird, ist derzeit noch offen. Sicher ist: Die Diskussion über die Zukunft des Unternehmens ist in vollem Gange.


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