Augsburg – Wie fair ist unsere Gesellschaft wirklich? Wie nehmen Menschen Unterschiede bei Vermögen, Einkommen und Aufstiegschancen wahr – und weshalb liegen sie dabei oft daneben? Genau diesen Fragen widmet sich das Forschungsprojekt „e-lernen: (Un-)gerechte Lebenswelten erfahren – eine Bildungsintervention“, das am Gymnasium bei St. Anna in Kooperation mit den Universitäten Amsterdam, Bamberg und Bayreuth stattfindet.
Das Projekt ist Teil des Innovationssprints DATIpilot des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und erhält eine Förderung von fast 300.000 Euro. Aus 3.000 Bewerbungen wurde „e-lernen“ als eines von 300 Projekten ausgewählt. Der Forschungszeitraum erstreckt sich vom 1. Dezember 2024 bis zum 31. Mai 2026.
Jugendliche als aktive Mitforschende Die wissenschaftliche Grundlage des Projekts: Menschen in Deutschland unterschätzen oder überschätzen soziale Ungleichheiten häufig. Ein wesentlicher Faktor ist die soziale Trennung – der mangelnde Austausch mit Menschen aus anderen sozialen Schichten führt zu verzerrten Gerechtigkeitsvorstellungen. Hier setzt „e-lernen“ an.
Ziel ist es, ein digitales Lernangebot zu entwickeln, das Jugendlichen hilft, soziale Ungleichheit reflektiert zu betrachten. Die universitären Partner bringen ihr Fachwissen ein und gestalten die Kursinhalte, während die Schule für die pädagogische Begleitung und Umsetzung sorgt.
Besonders spannend: Die Klasse 11a des Gymnasiums bei St. Anna ist nicht nur Teilnehmer, sondern aktiv in die Forschung eingebunden. Die Schülerinnen und Schüler testen die Lernmodule, geben Feedback und bereichern das Projekt mit eigenen Fragen und Denkanstößen.
Erste Erfahrungen und Exkursionen Schon vor dem offiziellen Projektstart besuchten die Jugendlichen die Universitäten Bamberg und Bayreuth, nahmen an Vorträgen zu Themen wie Inflation, soziale Ungleichheit und Statistik teil und erkundeten Städte unter dem Aspekt sozialer Segregation.
Der feierliche Projektstart erfolgte am 12. März 2025 am Gymnasium bei St. Anna. Anwesend waren unter anderem Martin Wild, Zweite Bürgermeisterin von Augsburg, sowie Vertreter der Universität Bamberg und der Schule, die die Bedeutung des Projekts für die Bildungslandschaft betonten.
Mit „e-lernen“ entsteht ein praxisnahes, interaktives Bildungsangebot, das langfristig auch über Augsburg hinaus genutzt werden soll. Die enge Verzahnung von Wissenschaft und Schule eröffnet neue Blickwinkel auf soziale Gerechtigkeit – aus der Perspektive derjenigen, die die Gesellschaft von morgen gestalten.





