Elfmeter-Wahnsinn in Elversberg: FC Augsburg-Aufholjagd bleibt unbelohnt

Trainer Manuel Baum hatte nach der Partie noch manches mit Schiedsrichter Exner zu besprechen Archivfoto: Kolbert press
Dominik Mesch
4 Minuten Lesezeit

Der FC Augsburg erlebt bei der SV Elversberg einen turbulenten Nachmittag und muss sich nach einer wilden Partie mit 3:4 geschlagen geben.Nach einem frühen Drei-Tore-Rückstand kämpfen sich die Fuggerstädter eindrucksvoll zurück, stehen am Ende aber dennoch mit leeren Händen da. Auch mehrere Elfmeterentscheidungen und eine dramatische Schlussphase ändern nichts an der dritten sieglosen Partie in Folge.

Beim Aufsteiger SV Elversberg musste der auf einer Position veränderte FC Augsburg (Wolf für Seol) zu Beginn die Rolle des Favoriten annehmen, diese konnte er allerdings schon zeitig wieder ablegen.

Nach dem Frühstart in der Vorwoche mit dem 8-Sekunden-Rekordtor durch Fellhauer gegen Bayern gerieten die Fuggerstädter in Elversberg selbst früh in Rückstand. Nach einem Handspiel von Matsima im eigenen Strafraum entschied Schiedsrichter Exner nach dem Video-Check auf Elfmeter. Der beim FCA ausgebildete Lukas Petkov scheiterte zunächst an Dahmen, um den Nachschuss zu versenken (4.). Doch die kalte Dusche wurde noch eisiger.

FCA wird eiskalt erwischt

Keine drei Minuten nach dem 1:0 wurden die Schwaben nach einer eigenen Ecke mustergültig ausgekontert, am Ende stand mit Lasse Günther ein weiterer früherer FCAler, der den Schockstart komplett machte (7.). Augsburg war in der Folge bemüht, aber viel zu harmlos. Die Quittung kassierten die Gäste, noch bevor eine halbe Stunde vorbeigespielt war. Nach einem Eckball klappte die Übergabe des Gegenspielers von Behrens auf Bah nicht und Rohr konnte per Kopf treffen (28.). Die Mannschaft von Trainer Manuel Baum wirkte im ersten Durchgang gegen die hoch anlaufenden, engagierten und fleißigen Saarländer über weite Strecken ohne das passende Rezept. Mit dem Pausenpfiff sollte der Anschluss aber doch noch fallen. Die ersten 45 Minuten endeten, wie sie begonnen hatten, mit einem Strafstoß nach VAR-Entscheid. Der Videokeller hatte ein Handspiel von Roh reklamiert, der heutige FCA-Kapitän Rieder knallte die Kugel zum 3:1 in die Maschen.

Neue Kräfte für eine verrückte zweite Halbzeit

Die Unterbrechung nutzte der Augsburger Chefcoach, um seine Mannschaft mit reichlich Erfahrung auszustatten. Neben dem zuletzt verletzten Kade kamen mit dem etatmäßigen Kapitän Gouweleeuw und dem österreichischen Nationalspieler Michael Gregoritsch die ältesten Spieler des Kaders zum Einsatz. Für Wolf, Bah und Ribeiro war nach der ersten Hälfte bereits Schicht im früheren Steinkohlerevier. Hereinnahmen, die sich auszeichnen sollten. Augsburg war das bemühtere Team und bekam nach einem Foulspiel an Behrens einen weiteren Versuch aus elf Metern zugesprochen. Gregoritsch verkürzte trocken auf einen Treffer (76.). Weil wenig später das vermeintliche 4:2 durch Raif Adam aufgrund einer Abseitsstellung die Anerkennung verweigert wurde, ging es so in eine spannende Schlussphase im Stadion an der Kaiserlinde.

Kompletter Wahnsinn in der Schlussphase

Drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit deutete Schiedsrichter Exner erneut auf den Elfmeterpunkt. Hatte ausgerechnet der gebürtige Augsburger Luca Sirch mit einem Handspiel für die Ausgleichschance des FCA gesorgt? Nein. Nach Videoüberprüfung wurde auch diese Situation einkassiert (88.). Selbst als Schmahl nur einen Wimpernschlag später mit einer Direktabnahme für den vierten Elversberger Streich sorgte, war dieses verrückte Fußballspiel nicht entschieden. Der eingewechselte Kömür antwortete unmittelbar (89.). Sollte es nach dem Horrorstart doch noch ein Pünktchen beim Aufsteiger werden? Weil Futkeo in der Nachspielzeit den insgesamt vierten Elfmeter der Partie an die Querlatte genagelt hatte und der Schiedsrichter Augsburg noch einen möglichen Handelfmeter verweigert hatte, blieb es am Ende beim 4:3 für die SV Elversberg. Der FCA ist somit seit drei Partien ohne Sieg. Am kommenden Sonntag sollte man zu Hause gegen Union Berlin zwingend wieder einen Dreier einfahren.

 
 
 
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Dominik Mesch ist freier Redakteur bei Presse Augsburg. Seine journalistischen Schwerpunkte liegen im Sport und in der Augsburger Lokalpolitik. Er berichtet über aktuelle Sportereignisse, Vereine und Wettbewerbe sowie über politische Entscheidungen und Entwicklungen in Augsburg.