Mehr Meldungen zu sexuellen Übergriffen in der Bundeswehr

Bundeswehr-Soldat (Archiv), via dts Nachrichtenagentur
DTS Nachrichtenagentur
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Die Zahl der Meldungen zu sexualisiertem Fehlverhalten in der Bundeswehr ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – von 402 im Jahr 2023 über 416 im Jahr 2024 auf 469 im Jahr 2025. Das ergibt sich aus der Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag, aus der das “Redaktionsnetzwerk Deutschland” zitiert.

Allein im vorigen Jahr wurden demnach 186 sexuelle Belästigungen, 15 sexuelle Übergriffe und 29 Vergewaltigungen gemeldet. 91 Soldaten wurden als Konsequenz ihrer Taten in den vergangenen drei Jahren aus dem Dienst entlassen.

Die Übergriffe gehen der Antwort zufolge einher mit der anhaltenden Unterrepräsentation von Frauen in der Truppe. Unter Berufssoldaten beträgt ihr Anteil demnach 10,3 Prozent, unter Zeitsoldaten 15,3 Prozent sowie unter Freiwillig Wehrdienstleistenden 15,5 Prozent. Einen deutlich höheren Anteil weisen mit 23,5 Prozent lediglich der Militärmusikdienst sowie mit 44,2 Prozent der Sanitätsdienst auf.

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Der parlamentarische Staatssekretär Sebastian Hartmann (SPD) schreibt in der Antwort, es sei bekannt, dass sexualisiertes Fehlverhalten nicht immer gemeldet werde. Die vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr derzeit durchgeführte Dunkelfeldstudie solle daher sichtbar machen, was im offiziellen Meldewesen bislang nicht oder unzureichend erfasst worden sei. Die Ergebnisse würden Ende 2026 vorgelegt. Er betonte, sexualisiertes Fehlverhalten verursache nicht nur individuelles Leid, sondern schädige das innere Gefüge und untergrabe den Zusammenhalt in der Bundeswehr.

Die Sprecherin für Bundeswehrpolitik der Linksfraktion, Zada Salihovic, sagte dem RND, wer sexuelle Belästigung oder sexualisierte Gewalt erlebe, dürfe nicht auch noch Angst um die eigene Karriere haben oder daran zweifeln müssen, ob einem überhaupt geglaubt werde. Deshalb brauche man endlich unabhängige Meldestellen, transparente Verfahren und einen verlässlichen Schutz der Betroffenen.

Erst am Dienstag waren Vorwürfe sexueller Übergriffe aus dem Sanitätsregiment 1 der Sachsen-Anhalt-Kaserne von Weißenfels bekannt geworden. Es gibt bislang zehn Beschuldigte, fünf Fälle liegen bei der Staatsanwaltschaft in Naumburg. In einem Fall soll eine minderjährige Soldatin zum Sex gezwungen worden sein.

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