Sanierung des Staatstheaters Augsburg | Aussagen von Architektenbüro werfen Fragen auf

Im August beendete die Stadt zum Teil ihre Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro „Achatz + IMP Ingenieure“, das bis dahin für die Sanierungsplanung des Staatstheaters verantwortlich war. Das Münchner Unternehmen ist auf Großprojekte im Kulturbereich spezialisiert. Laut Augsburgs OB Eva Weber hatte der Architekt eine zusätzliche Honorarforderung im hohen fünfstelligen Bereich gestellt und bei Nichtzahlung mit der Einstellung der Arbeiten gedroht, anstatt den Streit, wie laut Weber im Vertrag vorgesehen, nachträglich zu klären. Daraufhin erhielt der Architekt für einen Teil des Projekts die Kündigung. Die jetzt getroffenen Aussagen des Münchner Architekturbüros Achatz zum Vorgang werfen bei der Augsburger SPD-Stadtratsfraktion Fragen auf.

„Erst in der letzten Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstag, hat die OB und der Baureferent den Stadtrat und die Öffentlichkeit über die Hintergründe der außerordentlichen Kündigung des Architekturbüros unterrichtet. Demnach habe der Architekt mit Leistungsverweigerung gedroht. In Anbetracht der aktuellen Berichterstattung in den Medien, laut der das beauftragte Büro noch kurz vor der Kündigung noch schriftlich seinen Leistungswillen und seine Leistungsfähigkeit bestätigt hat, stellt sich uns die Frage, wer hier die Wahrheit sagt. Beides kann jedenfalls nicht stimmen. Sollte der Stadtrat vergangene Woche nicht vollständig oder gar falsch informiert worden sein, wäre das ein politischer Stil in Augsburg, den es so noch nicht gegeben hat! Unserer Fraktion fällt es zunehmend schwerer der Stadtregierung zu vertrauen. Mit keiner Silbe wurde der Stadtrat aber auch die Augsburger Bürgerschaft darüber informiert, dass von Seiten des Architekturbüro Achatz ein entsprechendes E-Mail vorliegt, dass selbstverständlich allen vertraglichen Verpflichtungen nachgekommen werde. Das Gegenteil war aus dem Bericht der OB und ihrem Baureferenten in Rede gestanden.“, so Fraktionschef Dr. Florian Freund:

und weiter

„Sollten die Aussagen des beauftragten Planers zutreffen, dann könnte von wesentlichen Vertragspflichtverletzungen keine Rede mehr sein. Der wahre Hintergrund der außerordentlichen Kündigung müsste dann ein anderer sein und der würde uns dann tatsächlich auch interessieren. Schließlich geht die Stadtspitze offensichtlich ein hohes Risiko ein.

Alle uns bekannten Sachkundigen- außer dem Baureferenten – gehen davon aus, dass ein neues Architekturbüro die aktuellen Planungen allein schon aus Haftungsgründen nicht ohne Weiteres übernehmen wird und dies zu Verzögerungen und bisher nicht absehbaren Kostensteigerungen führen kann.

Sollten die Aussagen des Planungsbüros zutreffen, hätten Oberbürgermeisterin und Baureferent nicht, wie sie es behaupten zu tun, Schaden von der Stadt abgewendet, sondern sie hätten selbst möglicherweise erheblichen Schaden verursacht. Die OB und ihr Referent wirken jedenfalls alles andere als souverän und überfordert.“

 

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