Chlorgasaustritt, Großbrand und ein Flugzeugabsturz auf einen Linienbus: Rund 500 Einsatzkräfte haben bei einer groß angelegten Katastrophenschutzübung im Industriepark Gersthofen den Ernstfall trainiert.
Auf dem rund 35 Hektar großen Werksgelände an der Ludwig-Hermann-Straße wurden mehrere schwere Unglücksszenarien gleichzeitig simuliert. An der alle sieben Jahre stattfindenden Vollübung beteiligten sich unter anderem die Werkfeuerwehr, zahlreiche Freiwillige Feuerwehren aus dem Landkreis Augsburg, das Technische Hilfswerk (THW), Rettungsdienste, Polizei und Katastrophenschutz. Künstlicher Rauch, Sirenen und kleinere Explosionen machten die Übung auch außerhalb des Industrieparks bemerkbar.
Chlorgasaustritt und Brand mit eingeschlossenen Personen
Bei einem simulierten Chlorgasaustritt mussten Einsatzkräfte in Chemikalienschutzanzügen ein undichtes Gebinde abdichten. Ein wasserbetriebener Lüfter sollte die austretenden Dämpfe niederschlagen.
Parallel dazu bekämpften Feuerwehren einen angenommenen Gebäudebrand. Mehrere Verletzte waren im Gebäude und auf dem Dach eingeschlossen. Die Feuerwehr Langweid übernahm die Rettung vom Dach, während weitere Kräfte den Löschangriff einleiteten.
Zusätzlich wurden Gefahrstoffaustritte aus einem Güterwaggon und nach einem Flugzeugabsturz simuliert. Eine eigens eingerichtete Dekontaminationsstation sorgte dafür, dass Einsatzkräfte nach ihrem Einsatz sicher aus den Schutzanzügen befreit werden konnten. Das Spülwasser wurde aufgefangen und gesondert entsorgt.
Flugzeugabsturz auf Linienbus fordert Rettungskräfte
Besonders aufwendig war ein Szenario im nördlichen Bereich des Industrieparks: Ein Flugzeug war auf einen Linienbus gestürzt und hatte diesen zum Umkippen gebracht. Unter teils dichtem Rauch mussten Feuerwehr und THW die Rettung zahlreicher Verletzter koordinieren. Todesopfer wurden durch Puppen dargestellt.
Das Bayerische Rote Kreuz richtete Behandlungsplätze ein, versorgte realistisch geschminkte Verletzten-Darsteller und organisierte gemeinsam mit Rettungsdienst und ehrenamtlichen Schnelleinsatzgruppen den simulierten Abtransport.
Übung wird auf Verbesserungsmöglichkeiten ausgewertet
Unter den Beobachtern waren Landrat Martin Sailer, die Gersthofer Bürgermeisterin und BRK-Kreisvorsitzender Harald Güller. Auch Vertreter anderer Landkreise und der Regierung von Schwaben verfolgten die Abläufe. Werkfeuerwehrleiter Andreas Schnepp betreute die Delegation.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun ausgewertet werden, um die Zusammenarbeit der verschiedenen Hilfsorganisationen weiter zu verbessern. Im Industriepark Gersthofen sind zwölf Unternehmen mit insgesamt rund 1.200 Beschäftigten angesiedelt.
Die Fotos von Christoph Bruder






































































































































































