Der EHC Königsbrunn erwischte am Freitagabend keinen optimalen Start in die Halbfinalserie. In der heimischen Pharmpur EISARENA unterlagen die Augsburger Vorstädter nach einem intensiven Spiel erst in der Verlängerung mit 3:4 gegen die EV Dingolfing. Nach 60 Minuten hatte es noch unentschieden gestanden, ehe die Gäste in der Overtime den entscheidenden Treffer setzten.
Personell konnten die Brunnenstädter nahezu aus dem Vollen schöpfen. Bis auf die Langzeitverletzten sowie den gesperrten David Farny stand der komplette Kader zur Verfügung. Im Tor begann Routinier Stefan Vajs, als Backup war Benni Beck nominiert.
Entgegen der Erwartung vieler Zuschauer entwickelte sich von Beginn an ein temporeiches Spiel. Ohne lange Abtastphase gingen beide Teams sofort ins Risiko. Bereits mit dem ersten Torschuss brachte Johan Lorraine die Hausherren mit 1:0 in Führung, als er eine unglücklich abgefälschte Scheibe im Tor unterbrachte. Nur 54 Sekunden später erhöhte Marco Sternheimer auf 2:0 – sein präziser Schuss ins lange Eck war für den gegnerischen Goalie nicht zu halten.
Doch die Gäste aus Dingolfing zeigten sich unbeeindruckt und erspielten sich ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten. Spätestens bei Stefan Vajs war jedoch zunächst Endstation. Trotz weiterer Chancen auf beiden Seiten hätte es nach dem ersten Drittel durchaus auch 2:2 stehen können – die Partie war bereits früh ein offener Schlagabtausch.
Ausgleich nach intensivem Mitteldrittel
Nach Wiederbeginn erwischten die Gäste den besseren Start und verkürzten in der 23. Minute auf 2:1. Kurz darauf musste der EHC erstmals in Unterzahl agieren, überstand diese Phase jedoch schadlos.
Beide Mannschaften suchten weiterhin konsequent den Weg nach vorne, offenbarten dabei aber auch defensive Lücken. In der 32. Spielminute nutzte Dingolfing einen Zwei-auf-Eins-Konter eiskalt zum verdienten 2:2-Ausgleich. Ein anschließendes Überzahlspiel der Königsbrunner blieb ohne Erfolg, da die Gäste kompakt verteidigten. Kurz vor der zweiten Pause hatte Lion Stange noch eine gute Gelegenheit, verfehlte das Tor jedoch knapp.
Führung im Schlussdrittel – und späte Ernüchterung
Im letzten Abschnitt übernahmen die Pinguine zunächst wieder die Initiative. Stefan Rodrigues scheiterte bei einem Alleingang am stark reagierenden Dingolfinger Torhüter Christoph Schedlbauer. Wenige Augenblicke später fiel dennoch das 3:2: Marco Riedl legte quer auf Tobi Baader, der überlegt einschob.
In der Folge kontrollierten die Hausherren das Spielgeschehen, und nur der Pfosten verhinderte in der 47. Minute eine höhere Führung. Dingolfing erhöhte in der Schlussphase den Druck. Während Hugo Turcotte in der 57. Minute eine große Chance ungenutzt ließ, gelang den Gästen nur eine Minute später der 3:3-Ausgleich. Bis zum Ende der regulären Spielzeit fiel kein weiterer Treffer – die Entscheidung musste in der Verlängerung fallen.
Entscheidung im Sudden Death
In der Overtime entschied das nächste Tor über Sieg oder Niederlage. In der 65. Spielminute nutzte Blake Luscombe einen Fehler der Königsbrunner Defensive konsequent aus und traf zum 3:4-Endstand. Damit sicherten sich die Gäste den ersten Sieg der Serie durch Sudden Death und fügten dem EHC eine schmerzhafte Heimniederlage zum Auftakt der Halbfinalrunde zu.


